FC Basel

FCB-Sportdirektor Heitz: «Möglich, dass sie es zu gut machen wollten»

Die FCB-Spieler (hier Cabral in Weiss) liefen den Luzernern (hier Jahmir Hyka) zu oft nur hinterher. Key

Die FCB-Spieler (hier Cabral in Weiss) liefen den Luzernern (hier Jahmir Hyka) zu oft nur hinterher. Key

Bei der Ursachenforschung nach dem 0:1 in Luzern stösst FCB-Sportdirektor Georg Heitz wie viele an Grenzen. Was am Sonntag fehlte, waren nicht Bausteine für die Kür, sondern die elementaren Dinge des Fussballsports.

Die Mängelliste, die der FC Basel im Spiel gegen den FC Luzern hinterlassen hat, ist lang. Kreativität, richtiges Zweikampfverhalten, Selbstvertrauen, Organisation auf dem Platz sind nur einige der Dinge, die vermisst wurden. Rotblau beging ungewohnt viele Fouls, was man einerseits als nötige Härte bezeichnen kann, vielmehr aber die Folge davon war, dass die Spieler stets einen Schritt zu spät kamen. Was fehlte, waren nicht Bausteine für die Kür. Nein, der Beobachter suchte nach den elementaren Dingen im Fussballsport.

Nicht nur das System war Schuld

Logisch, dass nach einem solchen Auftritt die Ursachenforschung tiefer als sonst geht. Ihn allein auf die Systemumstellung des neuen Trainers Murat Yakin von 4-4-2 auf 3-5-2 zurückzuführen, wäre zu einfach. «Die Gründe können überall liegen. Beim Trubel der letzten Woche, bei den Absenzen der Nationalspieler, oder die Mannschaft hat einfach einen schlechten Tag erwischt», sagt Georg Heitz.

Der Basler Sportdirektor sah am Sonntag einen «blockierten und verunsicherten FCB». So verunsichert, wie er ihn noch selten erlebt habe. Zumindest dafür hat Heitz eine Erklärung. «Möglich, dass sich die Spieler für das Spiel zu viel vorgenommen haben und es zu gut machen wollten. Diesen Eindruck hatte ich.» Das habe zu Verkrampfung und daraus folgend eben Verunsicherung geführt. Natürlich habe man sich auch aufseiten der Klubführung etwas ganz anderes für das erste Spiel von Murat Yakin vorgestellt.

Ein Griff in die Trickkiste ist nötig

Die meiste Kritik am Neo-Trainer zielte, wie gestern in Print- und Onlinemedien zu lesen war, auf dessen massive Umstellungen. Heitz teilt sie nicht. «Jeder Spieler in unserem Kader ist in der Lage, auf hohem Super-League-Niveau zu bestehen.» Den Sportdirektor musste vor allem verwundert haben, dass es der unter Vogel aussortierte Radoslav Kovac, der auf höchstem Niveau gänzlich unerfahrene 19-jährige Arlind Ajeti und der nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Gilles Yapi waren, die leistungsmässig einigermassen auf der Höhe waren. Und nicht etwa Stammspieler und gestandene Profis wie Marco Streller, Alex Frei oder Philipp und David Degen.

«Murat Yakin kann nicht zaubern und innert einer Woche alles zum Guten wenden», sagte Streller nach dem Spiel. Man habe im Training die Aufmerksamkeit auf die Defensive gelegt, nun müsse man am Spiel nach vorne arbeiten. Um dieses bereits am Donnerstag in Ungarn gegen den FC Videoton ertragreicher zu gestalten, muss Yakin zwar nicht den Zauberstab auspacken, ein Griff in die Trickkiste muss es aber wohl schon sein.

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