Fussball
FCB-Youngstars sammeln in Österreich neue Erfahrungen

Darko Jevtic und Stjepan Vuleta spielen bei Wacker Innsbruck.Auch wenn die FCB-Leihspieler nicht gleich zu Titularen in der Wacker-Equipe geworden sind, ist die Rechnung aufgegangen.

Markus Brütsch
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Darko Jevtic und Stjepan Vuleta
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Darko Jevtic trägt auch das Dress der Schweizer U21-Nationalmannschaft.
Jevtic beim EM-Qualifikationsspiel mit der U21 gegen die Ukraine.
Stjepan Vuleta (links) spielte zwischenzeitlich beim FC Wil in der Challenge League.
Darko Jevtic im FCB-Dress beim Testspiel gegen Dortmund.
Vuleta (rechts) bespricht sich mit Murat Yakin, Gaston Sauro und Aleksandar Dragovic.
Darko Jevtic möchte nach seiner Rückkehr zum FCB hoch hinaus.
Vuelta kam 2012 beim Champions League Qualifikationsspiel gegen Talinn zum Einsatz.
Auch Jevtic trägt das Trickot der Schweizer U21-Nati.

Darko Jevtic und Stjepan Vuleta

KEYSTONE

«Passt schon», sagt Darko Jevtic. Im ersten Moment glaubt man, einen Österreicher am Telefon zu haben. Doch bald schon verrät der Dialekt, dass der junge Mann aus der Region Basel kommen muss.

Zusammen mit seinem Teamkollegen Stjepan Vuleta ist Jevtic an diesem frühen Nachmittag auf der Heimfahrt in die Schweiz und in den Weihnachtsurlaub. Am Abend zuvor hat er zum letzten Mal im alten Jahr für den FC Wacker Innsbruck die Fussballschuhe geschnürt.

Gegen Überflieger Redbull Salzburg hat es für die abstiegsgefährdeten Tiroler im zwanzigsten Spiel in der tipp3-Bundesliga die zehnte Niederlage abgesetzt. «Es wäre mehr drin gelegen», sagt Jevtic, der erst acht Minuten vor dem Ende zum Einsatz gekommen war.

«Wir waren gut eingestellt, und Salzburg hat während 70 Minuten und bis zum 1:0 kein Mittel gefunden», sagt Jevtic. Vuleta hätte es mit seinem Kopfball gar fast noch zum Ausgleich gereicht.

Positive Reaktionen vom FCB

Jetzt sind die beiden erst mal froh, dass Pause ist. Im Sommer haben sie sich im Trainingslager des FC Basel noch das Zimmer geteilt, dann ist Vuleta an den FC Wacker Innsbruck ausgeliehen worden und ein paar Wochen später ist ihm Jevtic gefolgt. «Es ging darum, dass wir Spielpraxis bekommen. Dies wäre beim FCB kaum der Fall gewesen», sagt Jevtic.

Auch wenn die beiden nicht gleich zu Titularen in der Wacker-Equipe geworden sind, ist die Rechnung aufgegangen. «Unser Anliegen, dass die Leihspieler Spielpraxis auf möglichst hohem Niveau erhalten, ist erfüllt worden», sagt FCB-Sportdirektor Georg Heitz. «Jetzt hoffen wir, dass dies auch nach dem Trainerwechsel so bleibt.»

Nach nur drei Siegen war Roland Kirchler in der letzten Woche freigestellt worden und hat Sportchef Florian Klausner interimistisch den Trainerjob übernommen. «Schade, Kirchler war menschlich top», sagt Jevtic. Noch ist offen, mit wem die Innsbrucker am 8. Februar im Auswärtsspiel gegen Wolfsberg die Rückrunde in Angriff nehmen.

Kämpferischer Spielstil in Österreich

Jevtic denkt, dass seiner Mannschaft vor allem die Erfahrung gefehlt habe, um in der Tabelle besser als auf dem vorletzten Platz zu stehen. «Wir sind eine junge Mannschaft, die das Potenzial hat, in der Bundesliga zu bleiben.»

Jevtic selbst ist mit dem persönlichen Verlauf der Vorrunde zufrieden. Seit seiner Ankunft in Österreich Anfang September ist der Mittelfeldspieler in sieben Partien in der Startformation gestanden und fünf Mal eingewechselt worden.

«Gleich zu Beginn habe ich zwei Mal gut gespielt», sagt der 20-jährige schweizerisch-serbische Doppelbürger, «dann aber habe ich gespürt, dass mir der Spielrhythmus fehlt.»

Auch werde in der österreichischen Liga mehr gerannt und gekämpft als in der Schweiz, dafür stünden die Partien in der Super League taktisch und technisch auf einem höheren Niveau.

Jevtic, der in der Schweizer U21-Nati einen Stammplatz hat, möchte nun in der Rückrunde noch mehr zum Einsatz kommen und so gut spielen, dass eine Rückkehr zum FC Basel zum Thema werden könnte.

Verletzungspech bei Vuleta

Dieses Ziel hat auch Stjepan Vuleta, ebenfalls 20-jährig. «Aber es kann für mich bei Wacker noch besser werden», sagt Stürmer Vuleta. «Ich habe zwar gleich im ersten Spiel ein Tor geschossen, dann aber eine Dummheit begangen, Rot gesehen und schliesslich hat mich noch ein Muskelfaserriss ausser Gefecht gesetzt.»

Bei einer Bilanz von lediglich zehn Einwechslungen besteht beim schweizerisch-kroatischen Doppelbürger tatsächlich noch Luft nach oben.

Während sich Vuleta mit einem Teamkollegen eine Wohnung teilt, lebt Jevtic in einem Hotelappartement unweit des Stadions.

«Ich fühle mich sehr wohl in Innsbruck, auch wenn ich in den ersten Wochen nicht viel verstanden habe, wenn österreichische Teamkollegen miteinander gesprochen haben», sagt Jevtic. «Die Menschen hier sind sehr freundlich. Passt schon!»