«Wir haben das Ziel, die bürgerliche Mehrheit zu sichern», erklärt Hansjörg Wilde. Der parteilose Kandidat für das Gemeinderatspräsidium, der sich selber zu den Bürgerlichen zählt, steht als «Captain» vor die Medien und präsentiert seine Mannschaft, zu der mit Christoph Bürgenmeier wieder ein LDP-Mann zählt.

Zur Erinnerung: Die Liberalen wollten ihre beiden Sitze in der Exekutive behaupten und wagten im ersten Wahlgang den Sololauf. Mit dieser Taktik sind sie gescheitert – oder wie es Bürgenmeier ausdrückt: «Wir sind nicht gut rausgekommen». Damit es nun im zweiten Wahlgang besser herauskommt, wird eine «BüZa», wie es die FDP nennt, geschmiedet. Die «Bürgerliche Zusammenarbeit» – ganz nach Baselbieter Vorbild – soll fünf Sitze bringen.

Ziel: Links-Rutsch verhindern

Daniel Albietz (CVP) hat am letzten Sonntag bereits reüssiert, Christoph Bürgenmeier, die freisinnige Silvia Schweizer und Eduard Rutschmann (SVP) sollen ihm folgen. Zudem soll Hansjörg Wilde Gemeindepräsident werden. «Wir bedauerten, dass die LDP im ersten Wahlgang nicht dabei war – sind jetzt aber froh, dass sie mitmacht», meint Silvia Schweizer, die so die «BüZa» hergestellt sieht.

Auch Rutschmann bedauert den Alleingang der Liberalen: «Wenn die LDP mitgemacht hätte, hätte es uns schon im ersten Wahlgang gereicht, einen Sitz im Gemeinderat zu erlangen». Daher habe es der SVP zwei schlaflose Nächte beschert, die LDP in die Allianz aufzunehmen, erklärt der Präsident der SVP Riehen: «Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass wir nur zusammen einen Linksrutsch verhindern können». Die angeschuldigten Liberalen sind froh um die Aufnahme in die Allianz. «Es wäre schwierig geworden im Alleingang», ist sich der aktuelle Vizepräsident des Gemeinderates Bürgenmeier sicher.

Dem bereits gewählten Daniel Albietz sieht man die Erleichterung an, aber er räumt ein: «Wir können uns als CVP nicht zurücklehnen. Die Wahl wäre alleine nicht möglich gewesen». Daher soll er ebenfalls vom neuen Wahlplakat lächeln und so CVP-Wähler für die anderen Bürgerlichen mobilisieren. Doch wählen diese den SVP-Kandidaten? «Wir gehen persönlich auf die Mitglieder zu und erklären, dass wir die Wahl dem Team zu verdanken haben», antwortet Albietz geschickt. Die CVP-Mitglieder würden aber unter dem Schutz des Wahlgeheimnisses an die Urne gehen.

«Wir haben eine neue Strategie»

Konkreter ist Silvia Schweizer: «Das Risiko wird eingegangen, dass einer verliert.» Sachthemen sind ihr jedoch wichtiger – dass die Finanzen im Lot bleiben und Riehen gegenüber dem Kanton stark bleibt. Dem stimmt auch Eduard Rutschmann zu: «Ein Linksrutsch würde eine verheerende Zukunft bedeuten. Die Verkehrspolitik in der Stadt ist zusammengebrochen. Wenn Links-Grün gewinnt, wird Gleiches in Riehen passieren».

Bürgenmeier und Wilde gehen nicht ins Detail. Letzterer will aber vor allem sachlich politisieren und zwischen den Blöcken vermitteln. «Ich bleibe parteilos», bestätigt er und wagt zu sagen, dass «wir nach dem zweiten Wahlgang zu fünft im Gemeinderat sitzen, zusammen mit zwei Freunden und Freundinnen aus Links-Grün».

Die LDP sei alleine angetreten und habe gemerkt, dass so kein Blumenstrauss zu gewinnen sei, erklärt Wilde – und fügt entschlossen an: «Wir haben eine neue Strategie, wir haben uns bewegt! Die SP hat keine neue Strategie».

Bürgenmeier gibt den Tarif durch: «Wir müssen kämpfen und wollen auch kämpfen!» Ob im Team (so die CVP), in der Allianz (LDP, SVP) oder in der BüZa (FDP).