Wahlen 2019

FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger will in den Ständerat

Sie will: Daniela Schneeberger.

Sie will: Daniela Schneeberger.

Die FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger will den einzigen Baselbieter Sitz im Stöckli zurück ins bürgerliche Lager holen. Balz Stückelberger verzichtet.

Nationalrätin Daniela Schneeberger will für die Baselbieter FDP in den Ständeratswahlkampf im Herbst 2019 steigen: «Ich möchte unseren Kanton im Stöckli vertreten», sagt Schneeberger und bestätigt Recherchen der bz. Sie habe bei Kantonalparteipräsident Paul Hofer ihr Interesse angemeldet.

Die klare Zusage der 51-jährigen Treuhänderin für eine Ständeratskandidatur bedeutet den nächsten, logischen Schritt in ihrer Karriere. Die Thürnerin politisierte von 1999 bis 2011 im Landrat, den sie 2004/2005 als «höchste Baselbieterin» präsidierte. Seit sieben Jahren wirkt sie im Nationalrat. Schneeberger, die in der Parteileitung der FDP Schweiz sitzt und als Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbandes amtet, ist vergangene Woche gar kurz als Kandidatin für die Nachfolge von Bundesrat Johann Schneider-Ammann gehandelt worden. Sie winkte ab und verwies vage auf Ambitionen im Wahljahr 2019.

Im April sagte sie dieser Zeitung: Der Ständerat könne ein Ziel sein. «Aber ob ich diesen Schritt schon 2019 anstrebe, das muss ich mir noch gut überlegen.» Jetzt klingt das alles viel konkreter. Ein Grund liegt in der mittlerweile erfolgten Klärung der Situation bei den Regierungswahlen vom 31. März 2019.

Abmachung der Bürgerlichen: FDP darf Kandidatur für Ständerat stellen

Noch im Frühling stritten sich FDP und SVP, wer mit zwei Kandidierenden für die kantonale Exekutive antreten darf. Das ist nun klar: Es ist die SVP mit Thomas de Courten, neben den drei Bisherigen von FDP, SVP und CVP.

Gemäss Abmachung der bürgerlichen Parteien darf im Gegenzug die FDP bei den nationalen Wahlen im Herbst einen gemeinsamen Ständeratskandidierenden stellen.

Zudem hat innerhalb der FDP mittlerweile eine Klärung stattgefunden: So sagt der Arlesheimer FDP-Landrat Balz Stückelberger auf Anfrage, dass er die Kandidatur von Schneeberger «im Hinblick auf das Ziel, einen bürgerlichen Sitz im Ständerat zu holen», sehr begrüsse.

Stückelberger will es nicht nochmal versuchen

Stückelberger war bisher als aussichtsreicher Ständeratskandidat gehandelt worden. Zu einer innerparteilichen Ausmarchung wolle er es nicht kommen lassen, sagt Stückelberger. Anders als 2015, als er gegen den Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser antrat und hauchdünn unterlag.

Seit Frühling sollen zwischen Stückelberger und Schneeberger intensive Gespräche stattgefunden haben. Die Analyse mündete im Fazit, dass Schneeberger in einem allfälligen zweiten Wahlgang bessere Chancen hätte.

Auch FDP-Fraktionschef Rolf Richterich sieht Schneeberger hier im Vorteil gegenüber einem Kandidaten Balz Stückelberger. Schneeberger sei eine gewinnende Persönlichkeit und könne weit über die Parteigrenzen hinaus mobilisieren, sagt Richterich, der mit Schneeberger acht Jahre im Landrat politisiert hat.

Starke Konkurrenz

Schneeberger, die Turnerin und gesellige Skifahrerin, kommt auch bei Leuten an, die mit Politik nicht viel am Hut haben. Mit Blick auf die gehandelten Kandidaten aus dem rot-grünen Lager kann das entscheidend sein. Hier stehen mit Eric Nussbaumer (SP) und Maya Graf (Grüne) ebenfalls zwei erfahrene Bundesparlamentarier in den Startlöchern.

Ganz uneigennützig ist Stückelbergers Überlegung nicht, Schneeberger bei den Ständeratswahlen den Vortritt zu überlassen. Es ist bekannt, dass er gerne in Bern politisieren würde. Sollte Schneeberger den Sitz im Stöckli ergattern, hätte er gute Chancen auf einen Nationalratssitz.

Er würde wohl zum Gegenspieler des ehemaligen Handelskammer-Direktors Franz Saladin. Letzterer hat in der bz bekannt gegeben, eine Nationalratskandidatur ins Auge zu fassen. Dann könnte auf der Liste der Baselbieter FDP eine Situation eintreten, die jener von 2011 sehr ähnlich ist: Damals lieferten sich Schneeberger, Saladin und Stückelberger an der Spitze ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit Schneeberger als Siegerin.

Ob in Sachen bürgerlicher Ständeratskandidatur bereits das letzte Wort gesprochen ist, ist ungewiss. Gemäss gut informierten Kreisen gibt es bei den Freisinnigen weitere Interessenten.

Um wen es sich handelt, will FDP-Chef Hofer nicht verraten. Letztlich werde der Parteitag entscheiden, wer für die FDP antreten wird. «Theoretisch ist es auch möglich, dass am Parteitag jemand kommt und sich aufstellen lässt.»

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