Vor rund zwei Monaten hat Elisabeth Ackermann (Grüne) ihr Amt als Regierungspräsidentin angetreten. Seither sorgten vor allem prominente Abgänge ihrer Chefbeamten für Schlagzeilen. Dabei könnte Ackermann gerade jetzt von starken Führungspersönlichkeiten profitieren, wie diese Liste in Anlehnung an die Taten des Herkules zeigt.

Ausmisten des Augiasstalls 

Im Bereich Kultur kommen auf Elisabeth Ackermann verschiedenste Herausforderungen zu. Da wäre die endlich zu finalisierende Museumsstrategie, das Finden einer Lösung für die wegfallenden Bundessubventionen für manche Museen, ihre versprochenen Gratiseintritte und das Erarbeiten eines Kulturleitbilds. Dazu drohen die Geldströme, mit denen sich zumindest Teile dieser Probleme wegspülen liessen, deutlich kleiner zu werden – schliesslich schwelen stets die Sparabsichten im Nachbarkanton.

Vertreiben der Stymphalischen Vögel

Schon Ackermanns Vorgänger und Parteikollege Guy Morin hatte wiederholt mit Vertreibungen zu tun. Prominentestes Beispiel war die Besetzung im Migrol-Areal durch sogenannte Sympathisanten der Wagenleute und die Gentrifizierungsdebatte rund um Rheinhattan. Ackermann hingegen wird sich bis Ende Jahr zudem befassen müssen, den Künstlern in der Kaserne eine Alternative zu den aktuellen Räumlichkeiten zu suchen – dies hat die Stadt vor der Abstimmung über den Umbau versprochen.

Pflücken der Goldenen Äpfel der Hesperiden

Mit Pauken und Trompeten war die Basler Lobbyistin in Bern angekündigt worden. Spuren hat sie bis heute kaum hinterlassen. Das aber liegt weniger an Muriel Brinkrolf. Sie hat schlicht nie die nötigen Kompetenzen erhalten. Morin wollte stets alle Fäden in der Hand halten. Das Lobbying in Bern blieb so praktisch inexistent. Nur wenige Bundesgelder flossen in die Region. Auch hier wartet viel Arbeit auf Ackermann.

Zähmen der menschenfressenden Rosse des Diomedes

Die Beziehung zu Baselland steckt in der Dauerkrise. Das zeigt sich exemplarisch in der Uni-Debatte – da scheint auch der 80-Millionen-Deal nicht nachhaltig zu wirken. Regierungschef Guy Morin stand der Nachbarkanton nie besonders nahe, lieber knüpfte er internationale Beziehungen – sei es mit Baden-Württemberg, sei es mit Shanghai. Ackermann hat zahlreiche Scherben zu kitten. 

Einfangen a) des Erymanthischen Ebers, b) des Kretischen Stiers und c) der Kerynitischen Hirschkuh

Ackermanns Personalsorgen wachsen stetig: Noch vor Amtsantritt hatte Morin Stadtentwickler Thomas Kessler geschasst, was im Departement eine grosse Lücke hinterlässt. Dann kündete Kulturchef Philippe Bischof, womit nochmals eine gewichtige Stelle neu zu besetzen ist. Und nun geht auch noch Lilo Roost Vischer, Koordinatorin für Religionsfragen. Damit brechen Ackermann immer mehr Eckpfeiler in ihrem Departement weg, was ihre Arbeit zusätzlich erschwert.

Besiegen des Zerbersus

Ackermann steht der Regierung vor – doch den Ton geben in der Exekutive momentan andere an. Um ihre Wahlversprechen einlösen zu können, wird sie gegen mehrere starke Köpfe in den Regierungssitzungen bestehen müssen. Gerade bei Mehrausgaben – etwa für die Wiedereinführung der Behindertenfachstelle – muss sich Ackermann behaupten.

Töten der neunköpfigen Hydra

Der Bereich Stadtentwicklung strotzt nur so von Problemen – und stets wachsen neue nach. Ein definitiver Standplatz für die Fahrenden, ein Konzept für das BASF-Areal, die Bedürfnisse der verschiedenen Glaubensgemeinschaften zu befriedigen und wohl einer der bissigsten der Monsterköpfe: das Lösen der Wohnungsnot. Hier kann sich Ackermann Herkules nicht zum Vorbild nehmen: Diese Probleme lassen sich kaum dauerhaft ausbrennen wie die Hälse der Hydra.