Iselin

Felix-Platter-Areal: Viele Wünsche an eine Fläche

Im Jahr 2018 zieht das Felix-Platter-Spital um. Dann gibt es auf dem Areal Platz für Wohnungen.

Im Jahr 2018 zieht das Felix-Platter-Spital um. Dann gibt es auf dem Areal Platz für Wohnungen.

Nicht alle Quartierbewohner sind einverstanden mit der Umnutzung des Felix-Platter-Areals in Basel. Es herrschen Verunsicherung und Skepsis.

Es wird eine der grössten Basler Baustellen in den nächsten Jahren: die Umnutzung des Felix-Platter-Areals. Mit dem Umzug des Spitals in den Neubau an der Ecke Luzernerring und Burgelderstrasse wächst die Wohnfläche im Iselin-Quartier um 36'000 Quadratmeter. Die Regierung beschloss, diese exklusiv an Genossenschaften abzugeben. Wer das Baurecht am Ende erhält, ist noch nicht klar. «Die Arealentwicklung steht ganz am Anfang», sagt Barbara Neidhart von Immobilien Basel-Stadt. Dennoch wolle der Kanton bereits jetzt die Anliegen der Bevölkerung entgegennehmen – und lud am Dienstag zur Quartierinformation.

Während draussen die Abendsonne strahlte, war das Klima im voll besetzten Saal des Felix-Platter-Spitals kühler. Schnell wurde klar: Unter den anwesenden Quartierbewohnern herrschen Verunsicherung und vereinzelt auch grundlegende Skepsis gegenüber der Arealentwicklung. Wie stark nimmt die Dichte zu? Was heisst «preiswerter Wohnraum»? Wer zieht in die Neubauten ein?

«Bei solchen Projekten gibt es immer verschiedene Interessen, die man gegeneinander abwägen muss», sagt Marc Keller vom Bau- und Verkehrsdepartement. Er sieht das Areal nicht nur als Chance für mehr dringend benötigten Wohnraum in Basel: «Mit so einem Projekt gibt es auch neue Möglichkeiten im Bereich der Infrastrukturen, wovon schlussendlich das gesamte Quartier profitiert.»

Genossenschaften stehen bereit

An der Informationsveranstaltung wurde der Entscheid der Regierung kritisiert, das Spitalgebäude und die Schwesternhäuser zugunsten von Neubauten abzureissen. Die Zukunft der Gebäude ist dabei noch unklar, da der Heimatschutz Rekurs gegen den Entscheid der Regierung eingereicht hat. Nun muss das Basler Verwaltungsgericht entscheiden, ob die drei Bauten als historisch schützenswert einzustufen sind.

Ob die teils emotionalen Statements an der Informationsveranstaltung die Meinung der Quartierbewohner widerspiegeln, ist offen. Klar ist, dass im Quartier Befürchtungen wie auch Wünsche hinsichtlich der Zukunft des Felix-Platter-Areals bestehen. Das Stadtteilsekretariat Basel-West hat dazu verschiedene Akteure des Quartiers angehört. «Ängste bestehen insbesondere bei einer Aufwertung des Gebiets, die sich in allgemein teurere Mietzinsen niederschlägt. Auch die Zunahme des Verkehrs löst Skepsis aus», sagt Angelina Koch vom Stadtteilsekretariat Basel-West. Das Areal werde aber auch als Chance betrachtet, zum Beispiel für eine Begegnungszone. So wünschen sich die Akteure ein Café oder ein Quartierzentrum auf dem Areal – und verschiedene Wohnformen. «Ein Anliegen ist, dass man die Synergien zum Spital nutzt. Das kann in Form von Alterswohnungen oder betreutem Wohnen erfolgen», sagt Koch. Um die Bedürfnisse im Quartier möglichst repräsentativ einschätzen und an den Kanton weiterleiten zu können, sammelt das Stadtteilsekretariat Basel-West in den nächsten zwei Wochen mittels eines Fragebogens die Anliegen der Anwohner.

Neben den Quartierbewohnern beschäftigt das Areal auch die Genossenschaften in Basel. In rund zwei Wochen gründen 15 Genossenschaften die Baugenossenschaft «wohnen&mehr». Diese versteht sich als «gemeinsamer Bauträger von und für Wohngenossenschaften». Die beiden Initianten Richard Schlägel und Andreas Courvoisier hoffen, dass das Felix-Platter-Areal das erste Projekt von «wohnen&mehr» wird. Dafür erarbeiten sie ein Konzept mit zwei Varianten, um für beide möglichen Gerichtsentscheide vorbereitet zu sein. Anders positioniert sich die Genossenschaft Le-Na (Lebenswerte Nachbarschaft). Sie setzt sich explizit für den Erhalt des Spitalgebäudes und der Personalhäuser ein.

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