Coronamassnahmen
Fermunterricht stellt Familien vor Probleme – Schulsozialarbeit ist gefordert

Die Schulen sind geschlossen. Dass der Unterricht zu Hause stattfinden soll, ist für viele Familien eine Herausforderung. Die Schulsozialarbeit in beiden Kantonen wird nun aktiv.

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Fernunterricht ist für Kinder problematisch, wenn sie nicht genügend Zuwendung durch die Eltern bekommen.

Fernunterricht ist für Kinder problematisch, wenn sie nicht genügend Zuwendung durch die Eltern bekommen.

Keystone

Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter sind nach der Schulschliessung gefordert – einige geraten an ihre Grenzen. Lotti Lienhard, Leiterin der Basler Schulsozialarbeit, sagt, dass Familien mit «Mehrfachbelastungen» mit den grössten Herausforderungen und Problemen zu kämpfen hätten.

Verschiedene Faktoren könnten dazu beitragen, dass die Kinder unter der Isolation und dem Fernunterricht zu Hause leiden. Armut, fehlende familiäre Bindungen, psychische Probleme oder die schwere Erkrankung eines Elternteils. Ebenfalls kritisch könne es für viele Alleinerziehende werden. Kurzum: Der Fernunterricht ist für Kinder problematisch, welche nicht genügend Zuwendung durch die Eltern bekommen.

Die Kinder reagieren sehr unterschiedlich, wie Lienhard sagt. Viele kämen zurecht, einige schotteten sich ab, verbrächten die Zeit beim Gamen oder Chatten. Wieder andere reagierten in dieser Überforderungssituation mit aggressivem Verhalten. Betroffen seien dann die anderen Familienmitglieder.

Auch in Baselland beobachtet der Leiter der Schulsozialarbeit David Stalder zunehmende Probleme der Schüler, eine Tagesstruktur zu finden, dass sich die Jugendlichen zurückziehen, antriebslos werden – bis hin zur Überforderung, die in häuslicher Gewalt mündet. In beiden Kantonen sind die Sozialarbeiter dazu übergegangen, die Schüler aktiv zu kontaktieren. Einige Schulsozialarbeiter stellen fest, dass sich die Schüler nicht so häufig melden wie sonst – Hinweise auf Probleme erfolgen oft über die Lehrer. In beiden Basel bereitet sich die Schulsozialarbeit nun auf anstrengende Tage vor. Sie wollen den Betrieb in den Osterferien aufrechterhalten. (lsi)