Schliessung
Fertig essen und trinken: Das Manger et Boire muss schliessen

Das beliebte Lokal in der Gerbergasse wird nach dem Basler Gastronomie-Lockdown vorerst nicht wieder öffnen. Die beiden Geschäftsführer geben auf.

Tobias Gfeller
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Das Lokal beim Barfi muss schliessen.

Das Lokal beim Barfi muss schliessen.

Nicole Nars-Zimmer

Die Coronakrise kam für das Manger et Boire in der Gerbergasse zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Nach einer vierjährigen Sanierung gingen die beiden Geschäftsführer Ben Blarer und Mathias Dettling und ihr Team mit «nur geringen Reserven» ins 2020. Die erste Corona-Welle im Frühjahr mit dem mehrwöchigen Lockdown konnten sie gemäss eigenen Angaben noch abfedern, die zweite Welle, die die Hauptsaison des Manger et Boire treffe, sei jetzt aber zu viel.

«Schweren Herzens müssen wir mitteilen, dass uns die Pandemie mittlerweile zu stark zugesetzt hat», schreiben die beiden Geschäftsführer in einer Mitteilung und drücken darin ihr Bedauern aus und bedanken sich bei ihren treuen Gästen. Persönlich Auskunft geben wollen sie nicht. Ob es das Manger et Boire künftig unter anderer Leitung geben wird und was mit den Angestellten passiert, ist aktuell noch nicht klar.

Seit Wochen Probleme

Das Ende des Restaurants mit dem simplen Namen kommt für Beobachter nicht überraschend. Am 1. November gab das Manger et Boire auf Facebook bekannt, aufgrund der aktuellen Situation den kleinen Saal im ersten Stockwerk über Mittag nicht mehr zu öffnen. Nur noch im Parterre und im Aussenbereich wurde serviert. Auch bei den Mittagsmenus wurde reduziert. Ab dem 9. November galten zudem neue Öffnungszeiten.

Neu war das Manger et Boire zusätzlich zum Sonntag auch am Montag und Dienstag geschlossen. Die Geschäftsleitung teilte damals mit: «Selbstverständlich unterstützen wir die Massnahmen zur Eindämmung des Virus. Jedoch fällt es so auch schwer, kostendeckend arbeiten zu können. Um den Einbussen entgegenwirken zu können, müssen wir nun handeln und weitere Tage schliessen.»

Traditionsbeizen verschwinden

Das Manger et Boire feierte 2016 mit dem im gleichen Jahr verstorbenen Kult-Wirt Adrian Bühler sein 20-jähriges Bestehen. Nach zwei Jahren im Service übernahm damals Mathias Dettling das Lokal von seinem einstigen Chef und führte es mit seinem Geschäftspartner Ben Blarer weiter. Bei der Stabübergabe und zum Abschied von Adrian Bühler schrieb diese Zeitung damals treffend von der «Manger-Seele», vom «dauernden Seiltanz zwischen heruntergekommen und gemütlich, hip und derb». Doch die finanzielle Achterbahnfahrt begleitete das Haus genauso wie die Wandmalereien von René Noël.

Mit dem Manger et Boire verschwindet rund um den Barfüsserplatz ein weiterer bekannter Name in der Gastronomiebranche. Das Angebot an Traditionsbeizen dünnt weiter aus. Denn auch die Zukunft des Braunen Mutz hängt weiterhin in der Schwebe.