Nach 103 Jahren wird die Muba vom 8. bis 17. Februar 2019 zum letzten Mal in der Messe Basel stattfinden. Ein Grund dafür sei das veränderte Kaufverhalten der Gesellschaft. Es werde vermehrt Online oder im Nachbarland günstiger eingekauft, sagt Peter Holenstein von der Messe Schweiz.

Überraschend kommt das am Donnerstag von der Messeleitung verkündete Aus für die frühere Schweizer Mustermesse nicht. Die Muba leidet seit Jahren unter einem Publikumsschwund. Wurden in den besten Jahren mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher gezählt, waren es diesen Frühling nur noch 123'746.

Sie war die Mutter der Schweizer Messen

Deshalb habe man sich entschieden, die Muba 2019 das letzte Mal durchzuführen. «Es war ein emotionaler Entscheid», sagt Messeleiter Daniel Nussbaumer. «Aber wenn man das Bauchgefühl weg und den Kopf entscheiden lässt, ist es richtig.»

Die Muba soll würdig verabschiedet werden. Unter anderem mit Gratiseintritt und Rabatt für die Aussteller. Ab 2020 soll mit neuem Konzept, das stärker nach Themen ausgerichtet ist, neu gestartet werden. Neue Messen seien momentan in Ausarbeitung.

Dass die defizitäre Muba seit Jahren schwächelt, begründet die Messeleitung unter anderem mit Internet und Online-Shopping und einem fundamental veränderten Konsum- und Freizeitverhalten. Das traditionelle Konzept passe nicht mehr in eine von Digitalisierung geprägte Zeit, heisst es in einem Communiqué. Daran vermochten auch all die Versuche der letzten Jahre, der Messe ein attraktiveres Gesicht zu geben, nichts zu ändern.

Dafür ein neuer Publikumsevent 2020

Dass die Muba 2019 die letzte sein wird, hat die MCH Messe Basel als Veranstalterin gemäss der Mitteilung nach intensiven Gesprächen mit den Ausstellern beschlossen. Auch die Auswertung der Besucher- und Ausstellerbefragung an der diesjährigen Muba trug zu diesem Entscheid bei.

Erstmals durchgeführt worden war die Muba als Schweizer Mustermesse im Frühling 1917. Sie sollte als nationale Leistungsschau während des Ersten Weltkriegs den «Überlebenswillen der Schweiz und die landeseigenen Produkte stärken». Die Besucherzahlen stiegen rasch an und überschritten 1966 bei der 50. Ausgabe die Millionengrenze.

Danach wurden immer weniger Eintritte verzeichnet. Mit ein Grund dafür war die Auslagerung von Fachmessen, die 1957 mit der «Holz» begann.

Herbstwarenmesse bereits beerdigt

Einige der heute eigenständigen Messen haben die Mustermesse als Mutter aller Messen an Bedeutung klar überholt, etwa die 1973 erstmals durchgeführte Uhren- und Schmuckmesse, die heutige Baselworld oder die Art Basel, die als weltweit wichtigste Kunstmesse gilt.

Gerade die Baselworld hat sich in der Zwischenzeit indes neben der Muba ebenfalls zu einem Sorgenkind der MCH Group entwickelt und dem Unternehmen für 2017 vorab wegen Wertberichtigungen einen Verlust von 110 Millionen Franken beschert.

Von einem weiteren Problemfall, wenn auch einem kleinen, hat sich der inzwischen Messekonzern entledigt: Im Februar wurde das Aus für die Basler Herbstwarenmesse bekannt gegeben - dies nach 91 Ausgaben. Hoffnungen setzt das Unternehmen dagegen in eine neue Messe im Luxusgüterbereich: Die «Grand Basel» findet als erster Salon für die wertvollsten Automobile erstmals im September statt.