Kunsttage Basel

Fertig verschanzt: Die Kulturstadt Basel macht mobil

Installation von Augustas Serapinas auf dem Münsterplatz.

Installation von Augustas Serapinas auf dem Münsterplatz.

Mit den Kunsttagen Basel lanciert die Kulturszene einen viertägigen Anlass, der über die Pandemie hinaus fortgeführt werden soll.

Vier Tage Kunst an vierzig Standorten – die erstmals durchgeführten Basler Kunsttage gehen aufs Ganze. «Wir wissen nicht, wie dieser Anlass aufgenommen werden wird», erklärt Mitinitiant Daniel Kurjaković vom Kunstmuseum Basel an der Medienorientierung unter freiem Himmel. «Aber wir sind freudig aufgeregt.»

Von Donnerstag bis Sonntag verwandelt sich der ganze Stadtkanton in einen einzigen Kunstparcours, an dem sich grosse Kulturinstitutionen wie die Kunsthalle oder die Fondation Beyeler ebenso beteiligen wie Galerien, Museen, Offspaces oder das Draisinenrennen Draisine Derby 5. Der Grossteil der Veranstaltungen und Ausstellungen ist während dieser Zeit kostenlos, ein besonderes Augenmerk gilt den individuellen Schutzmassnahmen.

Im Rahmen der Kunsttage wird der öffentliche Raum ausserdem mit Werken bespielt, die Samuel Leuenberger von Salts / Art Parcours Basel lokal, national und international mitkuratiert hat: Während er spricht, wird auf dem Münsterplatz eine Skulptur des Litauers Augustas Serapinas aus  Birkenstämmen installiert. Die Gymnasialschülerinnen und -schüler integrieren das palisadenartige Gebilde kurzerhand in die ­Performance ihrer Unterrichtspause.

Ausstellung nicht nur im typischen Stadtraum

Antreffen wird man die öffentlichen Kunstwerke aber nicht nur im «typischen Stadtraum», wie Leuenberger erklärt: «Wir wollten uns geografisch öffnen, etwa zum Dreispitz hin, wo mit dem HeK und der FHNW wichtige kulturelle Player angesiedelt sind.» Bei den einen Werken handelt es sich um Leihgaben, andere wurden speziell für den Anlass hergestellt. «Es war ein steiler Weg», sagt Leuenberger, «aber es hat sich gelohnt.»

Das kurzfristige Engagement von Kultur, Wirtschaft und Politik erklärt sich, natürlich, mit der Pandemie. «Als die Art Basel verschoben und dann ganz abgesagt worden war, überlegte ich mir zunächst, ob ich meine Galerie für ein Jahr schliessen soll», erklärt Galerist und Mitinitiant Carlo Knöll, der sich den Medien als «jung, unerfahren und unvorbereitet» vorstellt.

Doch dann habe er Daniel Kurjaković angerufen: «Wir müssen etwas machen», beschwor Knöll den Kunstmuseumskuratoren. Dass sich 49 Kulturinstitutionen innert nur neun Wochen zusammenraufen konnten, mache ihn enorm stolz. «Was auch immer passiert, die Kunsttage sind schon jetzt ein Erfolg.»

Man habe den Anlass bewusst nicht entlang von Branchengrenzen geplant, sondern versucht, alle Beteiligten einzubinden, ergänzt Kurjaković. «Ein solcher Zusammenschluss wäre während des Courant ­normal nicht möglich gewesen.» Zwar kenne man sich durchaus, habe aber noch nie wirklich ­zusammengearbeitet, so Kurjako­vić. «Und ich muss sagen: Es war köstlich!»

Ein neuer Termin für die Basler Agenda?

Ines Goldbach, Leiterin des Kunsthauses Baselland, teilt diese Empfindung. «Ich finde es schön, dass wir uns gegenseitig vertraut und Zeit geschenkt haben.» Man habe auch nicht klein gedacht, sondern richtig gross: «Ich glaube, da kommt noch viel nach.» Diese Hoffnung hegt auch Carlo Knöll, der den Stein ins Rollen gebracht hat. «Die ­Solidarität war unglaublich, ich denke nicht, dass so etwas in einer anderen Schweizer Stadt möglich wäre.»

Und der Galerist denkt auch schon an eine Fortführung. «Auf jeden Fall», bekräftigt er. «Ich wäre sehr dafür, dass wir uns nicht nur von Art-Juni zu Art-­Juni hangeln.» Die Stadt Basel sei weiteren Kunstterminen gegenüber bestimmt nicht abgeneigt, so Knöll: «Basel bietet ­genug Kultur.»

Kunsttage Basel
17. bis 20. September.
www.kunsttagebasel.ch

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