«Spielt heute hier eigentlich der FCB oder wieso sind so viele Leute da?», ruft ein Mann vor der St.-Jakob-Arena eine halbe Stunde vor dem Meisterschaftsspiel gegen den HC La Chaux-de-Fonds. Die Schlange vor dem Kassenhäuschen zeigte es deutlich: Es war gestern ein besonderer Tag für die Basler Eishockeyfans. Ihr EHC feierte mit einem Rahmenprogramm vor dem Spiel sein 80-jähriges Bestehen. Auch das Stadion selber, das vor zehn Jahren eröffnet wurde und eine Wende im Basler Eishockeysport bedeutete, war gestern der Star.

Promis auf dem Eis

Bereits drei Stunden vor Spielbeginn war die Halle verhältnismässig gut gefüllt. Das auf dem Feld gezeigte Eishockeyspiel bot demnach auch genügend Spektakel. Für einmal waren es nicht präzise Handgelenksschüsse, scharfe Laserpässe oder filigranes Schlittschuhlaufen, das die Zuschauer von den Sitzen riss. Stattdessen versuchten sich bekannte Namen aus der Region im schnellsten Mannschaftssport der Welt. Der Baselstädtische Regierungsrat Carlo Conti, Basel United Geschäftsführer Thomas Ulrich oder auch EHC-Verwaltungsratspräsident Matthias Preiswerk zeigten ihr Können. Trotz vieler Ausrutscher hatten alle ihren Plausch, wie Goalie Thomas Ulrich nach dem Spiel sichtlich erschöpft verriet. Technische Mängel im eigenen Spiel hat Stürmer Carlo Conti festgestellt. «Zum Glück bin ich gut trainiert, deshalb ist es noch relativ gut gegangen.» Zusammengetrommelt hat sie alle EHC-Legende Pio Parolini.

Heusler als Kind auf der «Kunschti»

Die St.-Jakob-Arena ist eine vielseitig genutzte Halle. Dies am Jubiläumstag zu zeigen, war den Verantwortlichen um Thomas Ulrich wichtig. So präsentierten die Eisläuferinnen und Eisläufer der Eislaufklubs beider Basel und St. Jakob eine vielfältige Show. Danach überreichte FCB-Präsident Bernhard Heusler den EHC-Spielern die Jubiläumstrikots für das Spiel gegen La Chaux-de-Fonds. Im klassischen Stil gehalten und ohne Sponsorenlogos versinnbildlichen sie die Basler Eishockeytradition. Es war ein symbolischer Akt des Respekts des aktuell um ein Vielfaches grösseren FCB. «Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass man die Bedeutung des Eishockeys in der Sportstadt Basel anerkennt. Der Fussball hat keinen Anspruch auf ein Sportmonopol.» Heusler zeigt «grösste Hochachtung» für jene, die gerade in schwierigen Situationen Verantwortung übernehmen. Der FCB-Präsident kann sich noch gut an seine Kindheit erinnern, als er mit seinem Vater auf die «Kunschti» Margarethen zum EHC ging. «Mangels Fähigkeiten auf dem Eis spielte ich Hockey aber immer nur auf Rollen.»

Infrastruktur auf höchstem Niveau

Heusler glaubt nicht, dass der FCB in der Region alles Sportliche abgrasen würde. «Klar hat der FCB auf oberster Leistungsstufe den Lead. Aber beide Vereine tragen dazu bei, dass Sport in Basel Anerkennung in der Gesellschaft und der Kultur findet.» Er weiss um die grosse Herausforderung für das Basler Eishockey, da eine bis zwei Generationen an treuem Publikum fehlen. «Was wäre gewesen, wenn der FCB 20 Jahre lang in der Nationalliga B gespielt hätte?», fragt Heusler nachdenklich.

Alle am gestrigen Festanlass beteiligten Personen waren sich einig, dass Basel Eishockey auf Spitzenniveau gut anstehen würde. «Als Sportbegeisterter fände ich es toll, eine Basler Eishockeymannschaft in der Nationalliga A zu sehen. Eine wunderbare Infrastruktur ist auf höchstem Niveau vorhanden», sagte beispielsweise Regierungsrat Carlo Conti.