Basel im Namen – das verpflichtet. Das weiss auch der Chef. Morgen und übermorgen geht zum ersten Mal das Open Air Basel auf dem Kasernenareal über die Bühne. «Es soll ein richtiges Open Air mit Festivalatmosphäre sein», sagt Festivalleiter Sandro Bernasconi.

Und natürlich mit guter Musik. «Jeden Tag mehrere internationale Bands mit einem Namen, die sich aber nicht dem Mainstream verschrieben haben.» Dazu gibt’s Kunstaktionen und Skaterampen.

Derzeit ist davon aber noch nicht viel zu sehen. Erst heute – ein Tag vor dem Festival – werden die Bühne und die Bars aufgebaut. «Ein bisschen ein enger Zeitplan», Bernasconi lächelt gequält, «aber bis jetzt hat es immer gereicht.»

«Etwa fünf Franken pro Konzert»

Bis jetzt – damit meint er das «Viva con Agua & Kaserne Basel»-Festival, das die letzten drei Jahre an gleicher Stelle stattgefunden hat und aus welchem das Open Air Basel heraus entstanden ist. «Es ist eine Weiterentwicklung», sagt Bernasconi. Die Trinkwasser-Aktion Viva con Agua ist auch dieses Jahr Charity-Partner und die Infrastruktur ist die gleiche.

Dennoch wollte man einen Schritt vorwärts machen. Neu kostet das Open Air Eintritt. Dieser ist allerdings moderat: 20 Franken für einen einzelnen Abend, 30 für beide. «Das sind etwa fünf Franken pro Konzert», sagt Bernasconi.

Zum Vergleich: Die Crystal Fighters, die Hauptband am Samstagabend, spielt im November ein einzelnes Konzert im Zürcher Konzertschuppen Komplex 457 für 36 Franken das Konzert.

(Quelle: youtube.com/Crystal Fighters)

Das Video der Crytsal Fighters zu «You & I»

Bernasconi findet es richtig, dass man für die Konzerte zahlt. «Wenn Musiker auf der Bühne stehen, arbeiten sie. Und sie verdienen fast nur noch mit Konzerten.» Dank Sponsoring, Beiträgen aus dem Swisslos-Fonds und vor allem auch dank vielen freiwilligen Helfern könne man die Eintritte aber attraktiv halten.

Gleiche Interessen wie das Tattoo

Rund 1200 Tickets wurden bis gestern verkauft, Platz gibt es für 3500 Leute. «Wir sind zufrieden mit dem Vorverkauf», sagt Bernasconi. «Wir sind ein neues Open Air, das sich erst beweisen muss.» Er rechnet damit, dass der Vorverkauf noch anziehen wird – auch dank der guten Wetterprognosen.

Gestern wurden Infoblätter in die Briefkästen der Anwohner verteilt. Hat man Angst, dass Nachbarn dem jungen Festival Steine in den Weg legen könnten, wie dem Basel Tattoo, das auf dem gleichen Areal stattfindet? Bernasconi schüttelt den Kopf. Trotzdem habe man gleiche Interessen: «Der Kasernenplatz ist nicht nur eine schöne Kulisse für ein Militärmusikfestival. Auch wir profitieren davon, dass der Platz zu ist», sagt er.

Er spricht die langjährige und teils heftig geführte Diskussion um die Öffnung der Kaserne zum Rhein hin an. «Wasser trägt den Ton. Mit einer Öffnung würden sie uns auch im Grossbasel hören.»

(Quelle: youtube.com/cymbalta256)

Das Video «Im Taxi weinen» von Kettcar

In der Tradition von Stadtfestivals

Das Festival soll sich entwickeln. Ziel sei, sich auf dem Schweizer Open-Air-Markt zu etablieren und auf festen finanziellen Beinen zu stehen. Das ist eine Herausforderung in einem Land wie der Schweiz, welches weltweit die höchste Festivaldichte pro Kopf aufweist.

Wann wird man also auf der Kasernenwiese campieren können? Bernasconi lacht. «Das wird schwierig.» Er sieht das Open Air Basel in der Tradition von Stadtfestivals, vergleichbar etwa mit den Musikfestwochen Winterthur. Potenzial gibt es noch viel. So könne in Zukunft auch der Sonntag bespielt werden.

Vorerst aber soll das erste Open Air Basel reibungslos über die Bühne gehen. «Ich bin zuversichtlich», sagt Bernasconi, lächelt noch einmal gequält und hetzt wieder zum Aufbau.