Coronavirus

Finanzspritzen des Kantons sollen die Basler Tourismusbranche retten

Wenig ist los in der Tourist Information am Barfüsserplatz. Jene im Bahnhof SBB bleibt vorläufig geschlossen.

Wenig ist los in der Tourist Information am Barfüsserplatz. Jene im Bahnhof SBB bleibt vorläufig geschlossen.

Basel Tourismus strampelt sich durch die Krise – auch dank kantonaler Unterstützung.

Die Coronakrise beutelt den Tourismus in Basel arg. Wie Raphael Wyniger, Präsident des Hotelier-Vereins, prognostizierte, wird die Zahl der Logiernächte dieses Jahr um 70 Prozent zurückgehen (die bz berichtete). Als Folge davon müssen nicht nur Hotels schmerzhafte Einbussen verkraften. Konkret fehlen dem Verein Basel Tourismus in diesem Jahr drei Millionen Franken in der Kasse, sagt Vizedirektor Christoph Bosshardt.

Im Zimmerpreis eines jeden Übernachtungsgastes ist eine Gasttaxe von vier Franken inkludiert. Dieser Betrag kommt jeweils zu rund drei Vierteln Basel Tourismus zugute. 2019 nahm der Verein über diesen Weg 4,6 Millionen Franken ein, in diesem Jahr werden es gerade mal 1,4 Millionen sein. Wenn überhaupt.

Drohen nun Entlassungen? Aktuell befinden sich 45 Personen auf der Lohnliste. Bosshardt sagt: «Wenn immer möglich, versuchen wir dies zu verhindern.» Bis anhin kam es zu einer Kündigung. Anneke Geyer, Teamleiterin Kommunikation und Marketing, musste im Sommer gehen. Ihre Stelle wurde nicht wieder besetzt.

Einstellungsstopp und Auflösung von Reserven

Dass es bis dato nicht zu weiteren Entlassungen gekommen ist, rührt unter anderem daher, dass die Beschäftigten von Basel Tourismus in Kurzarbeit sind – inklusive Direktor Daniel Egloff und Vizedirektor Bosshardt zu je 20 Prozent. «Das wird voraussichtlich bis September 2021 so bleiben. Zudem gilt vorerst ein Einstellungsstopp», sagt Bosshardt. Zu den weiteren Massnahmen, um das Loch zu stopfen, gehört die Auflösung von Reserven, die in den zurückliegenden glanzvollen Jahren gebildet worden sind. Ausserdem bleibt die Tourist Information am Bahnhof SBB bis auf Weiteres geschlossen.

Entscheidend aber sind die Finanzspritzen des Kantons. Der Grosse Rat bewilligte im September einen Antrag der Regierung, die Touristiker in den Jahren 2020 und 2021 mit insgesamt 1,4 Millionen Franken zu unterstützen. Zusätzlich erhielt der Verein 300000 Franken für die Sommerkampagne. Davon, so Bosshardt, habe man nicht alles aufgebraucht. «Wir investieren den Rest in die Bewerbung der Adventszeit.»

Mit Pro Innerstadt wurde ein Package kreiert, bei dem jeder Übernachtungsgast einen Einkaufsgutschein von 50 Franken erhält. Dies wird laut Bosshardt «auf verschiedenen Medienplattformen» beworben. «Damit hoffen wir, ein paar hundert Touristen nach Basel locken zu können. Entschärfen wird es die Lage indes bei Weitem nicht.»

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