Blaulicht

Fit für die Zukunft: Hygienekonzept für die Basler Feuerwehr

In einer Zeit des schnellen Wandels sieht sich die Feuerwehr immer wieder neuen Herausforderungen gegenüber. Für die Berufsfeuerwehr Basel heisst das: «Uns ist wichtig, dass unsere Leute breit ausgebildet sind», so Kommandant Daniel Strohmeier.

Es ist ein imposanter Anblick: Ein mehr als vierzig Meter langer Rettungsschlauch hängt von der Kranplattform hinunter. Toprak Yerguz, der Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements Basel-Stadt, rutscht den Evakuierungsweg in spiralförmiger Bewegung hinab und landet wohlauf und sicher auf dem Boden des Innenhofs der Feuerwehrzentrale.

Während der blaue Rettungsschlauch schon seit einigen Jahren im Einsatz ist, sehen sich die Feuerwehrleute in der heutigen Zeit von zunehmender Technologisierung und schnellem Wandel immer wieder neuen Herausforderungen gegenüber.

Kunststoffbauten und Wasserstoffmotoren

Für neue Hürden sorgen laut Daniel Strohmeier, Kommandant der Berufsfeuerwehr Basel-Stadt, beispielsweise Entwicklungen im Bereich des Gebäudebaus: Hochhäuser werden höher, Einstellhallen grösser und Holzbauteile immer mehr von Kunststoffmaterialien verdrängt.
Gegen letzteres Problem hat die Basler Feuerwehr ein neues Hygienekonzept eingeführt. Die Feuerwehrmänner haben sich noch am Einsatzort zu entkleiden, da die neuen Baustoffe im Brandfall oftmals toxischen Rauch emittieren. Sie erhalten Ersatzklamotten und die belastete Kleidung wird in Spezialcontainern in die Reinigung befördert. «So wird sichergestellt, dass die Verschmutzung am Einsatzort bleibt und nicht mit ins Magazin geschleppt wird», sagt Hauptmann Hansjörg Marti. Eine weitere Challenge seien Neubauten, die nur sehr kleine Fenster besitzen. Da könne der schädliche Rauch nämlich nicht wie üblich aus dem Gebäude geblasen, sondern müsse mit einem Spezialgerät hinausgesogen werden.

Insbesondere für die Bewältigung von Herausforderungen, die mit dem Aufkommen neuer Technologien zusammenhängen, ist Spezialwissen nötig. Paradebeispiel sind Neuheiten in der Automobilproduktion: Neue Antriebsstoffe wie Gas oder Wasserstoff erfordern andere Vorsichtsmassnahmen als herkömmliche benzin- oder dieselbetriebene Motoren. Spezialisierte Mitarbeiter gibt es nur wenige: «Uns ist wichtig, dass unsere Leute breit ausgebildet sind», so Strohmeier.

Kooperative Einsätze für mehr Effizienz

Auch die erhöhte Stabilität der Konstruktionen bringt neue Herausforderungen mit sich. So seien beispielsweise Befreiungen von in Autos eingeklemmten Personen zwar seltener, dafür aber viel aufwendiger geworden, wie Strohmeier betont. Gewisse Hauptachsen seien inzwischen so robust gebaut, dass an diesen Stellen ein Aufschneiden mit der Rettungsschere trotz einer Schneidkraft von rund hundert Tonnen unmöglich geworden sei. Bei der Personenrettung aus Autos steht der Feuerwehr dafür ein neues Tool zur Verfügung. Durch Eingabe des Kennzeichens hat sie in einer digitalen Datenbank Zugriff auf nützliche Daten und Baupläne des Autos, was eine effiziente Bergung ermöglicht.

Die Erwartungen an die Feuerwehr seien extrem hoch, der Druck gross. Um den Anforderungen gerecht zu werden, ist eine ständige Weiterentwicklung nötig. Genau hier sieht der Kommandant aber auch die Stärke der Basler Berufsfeuerwehr: «Wir sind darauf bedacht, unsere Leute stetig weiterzubilden und unser Einrücken so effizient als möglich zu gestalten», sagt Strohmeier. Letzteres gelinge nicht zuletzt auch wegen der engen Zusammenarbeit mit Feuerwehrkorps umliegender Gemeinden.

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