Bahnhof
Flaschenhals Basel SBB zu eng für Schnellzüge aus dem Laufental

Engpässe im Basler Bahnhof und Pläne für eine Verbindung Zürich-München stehen Baselbieter Wünschen für einen zusätzlichen Laufental-Schnellzug im Weg. Dieser soll Anschlüsse in Basel sichern, die wegen weiträumigen Umstellungen ab 2021 bedroht sind.

Hans-Martin Jermann
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Volles Haus: Laut Bund hat es am Basler Bahnhof SBB kaum noch Platz für weitere Züge. Keystone

Volles Haus: Laut Bund hat es am Basler Bahnhof SBB kaum noch Platz für weitere Züge. Keystone

Es sah so aus, als würde damit der berühmte Gordische Knoten gelöst: Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro kündigte Anfang 2014 an, den seit Jahrzehnten geforderten Ausbau der Bahnlinie im Laufental mittels einer Vorfinanzierung durch den Kanton beschleunigt zu realisieren.

Der Doppelspurausbau hätte verhindert, dass sich die Anschlüsse für die Reisenden aus dem Laufental und Jura am Basler Bahnhof SBB ab 2021 massiv verschlechtern. Dies, indem auf der Strecke Basel–Biel ein zweiter Schnellzug pro Stunde eingeführt worden wäre. 2021 wollen die SBB wegen eines Grossprojekts in Lausanne den Fahrplan umstellen – und das hat Auswirkungen auf den Zugverkehr in der ganzen Schweiz.

Ausbau in Basel kommt erst 2025

Woran bis vor kurzem niemand dachte: Am Basler Bahnhof SBB hat es offenbar gar keinen Platz für einen solchen zusätzlichen Schnellzug. Dies jedenfalls betonte eine Sprecherin des Bundesamts für Verkehr gestern gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von SRF. Mit anderen Worten: Das zweite Gleis im Laufental bringt gar keinen Nutzen, solange der Flaschenhals Bahnhof SBB nicht beseitigt ist.

Diese Negativ-Neuigkeiten kommen überraschend: Regierungsrätin Pegoraro betont gegenüber der bz, dass die Platznot in den Verhandlungen zwischen SBB, Bund und Kantonen erst kürzlich aufgeworfen worden sei. Zwar ist für den Basler Bahnhof ein grosses Ausbauprojekt in Planung; dieses wird allerdings nicht vor 2025 fertiggestellt.

Im Laufental hat man gar keine Freude an den drohenden Verschlechterungen im Fahrplan: «Wenn das wirklich so kommt, ist das eine Katastrophe», sagt der Laufner FDP-Landrat Rolf Richterich. Er will in der heutigen Parlamentssitzung einen dringlichen Vorstoss einreichen. Die Aufrechterhaltung des Status quo sei das Mindeste, was man fürs Laufental tun könne.

Regierungsrätin Pegoraro ist derselben Meinung: «Es darf nicht sein, dass das Laufental vier Jahre lang abgehängt wird.» Sie gibt sich kämpferisch: Man werde nicht locker lassen, bis eine Lösung auf dem Tisch liegt. Doch worin könnte diese bestehen? Pegoraro fordert von den SBB, den Fahrplanwechsel im Zusammenhang mit den Bauarbeiten in Lausanne auf 2025 zu verschieben. Damit wäre sichergestellt, dass die Anschlüsse auf den Fernverkehr in Basel gewährleistet bleiben. «Das ist durchaus realistisch. Die SBB haben gesehen, dass der Fahrplanwechsel zu grossen regionalpolitischen Problemen führen kann.» Für den Grellinger CVP-Landrat und Präsidenten der Bau- und Planungskommission Franz Meyer ist ebenfalls klar: «Die SBB stehen in der Pflicht, der Region eine verträgliche Lösung zu bieten.» Schliesslich könne der Zugreisende aus dem Raum Basel nichts dafür, dass in Lausanne gebaut werde.

Beide Basel arbeiten zusammen

Pegoraro könnte sich vorstellen, dass durch eine Optimierung der Einfahrzeiten am Bahnhof SBB ein um 30 Minuten versetzter, zusätzlicher Schnellzug aus dem Jura doch noch Platz findet. Alain Groff, Leiter Mobilität im Basler Bau- und Verkehrsdepartement, ist in diesem Punkt zwar skeptisch: Der Bahnhof SBB sei seit vielen Jahren ein Engpass; die SBB würden Schwierigkeiten haben, zusätzliche Züge in den Bahnhof zu bringen. Gleichwohl unterstützt er die Forderungen aus Liestal: «Die beiden Basel arbeiten in dieser Frage sehr eng zusammen.» Dass die Zugreisenden aus dem Laufental wegen des Fahrplanwechsels nicht benachteiligt werden dürfen, hätten die Parlamente beider Basel festgehalten.

An der Vorfinanzierung des auf 127 Millionen Franken veranschlagten zweiten Gleises im Laufental will der Kanton Baselland gemäss Pegoraro festhalten. Dies, um eine nochmalige Verzögerung des Doppelspurausbaus über 2025 hinaus zu verhindern.