Taxen
Flüge dürften in Zukunft etwas teurer werden

Mit neuen Abgaben auf Flugbilletten droht nicht nur Passagieren Unbill, der Flughafen kann weniger investieren, weil er seine Gewinne versteuern muss.

Peter Schenk
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Easyjet fliegt vom Euro-Airport 50 Destinationen an. Keystone

Easyjet fliegt vom Euro-Airport 50 Destinationen an. Keystone

KEYSTONE

Laut der gemeinsamen französisch-schweizerischen Erklärung zum Euro-Airport (EAP) wird die französische Flugsicherungsbehörde Direction générale de l’aviation civile (DGAC) in Zukunft zusätzliche Gebühren auf dem Flughafen erheben. Diese betreffen die Fluggesellschaften auf der Schweizer EAP-Seite und somit 90 Prozent des gesamten Verkehrs und alle Easyjet-Flüge. Berechnet werden sie im Verhältnis zu den transportierten Passagieren.

Zumindest kein Mehraufwand

Die Fluggesellschaften werden dadurch allerdings keinen Mehraufwand haben, da der Flughafen selbst die Abgaben zahlt. «Positiv ist, dass die Situation stabil ist und die Fluggesellschaften wissen, was auf sie zukommt», betont EAP-Mediensprecherin Vivienne Gaskell. «Wir müssen deshalb allerdings die Flughafengebühren etwas anheben», räumt sie ein. Schon heute zahlen alle Fluggesellschaften, egal ob im Schweizer oder französischen EAP-Teil, Landegebühren und eine sogenannte «Terminal Navigation Charge».

«Bei der zusätzlichen Gebühr geht es um eine Vergütung anderer Dienstleistungen der DGAC, wie zum Beispiel Zertifizierungskosten, Beratung und Umweltmonitoring.», teilt die Mediensprecherin weiter mit. Wie hoch diese neue Taxe wird, kann sie nicht sagen. «Wir gehen aber davon aus, dass sie moderat ausfallen wird.»

Noch nicht abgeschlossen sind laut gemeinsamer Erklärung die Diskussionen um die Erhebung der «taxe de solidarité». Diese hatte der damalige französische Präsident Jacques Chirac 2006 zur Unterstützung von Entwicklungsländern eingeführt. Auf internationalen Flügen, und das sind schliesslich alle auf dem Euro-Airport, würde sie pro Flugbillett 4.51 Euro kosten» und somit insbesondere die Low-Cost-Fluggesellschaften wie Easyjet treffen, die die Kostenreduzierung auf ihre Fahnen geschrieben haben.

Easyjet mag sich auf eine Anfrage der bz zur Frage der Taxen und etwaigen Auswirkungen auf die Präsenz der Fluggesellschaft auf dem EAP nicht äussern. Es bleibt also unklar, ab welcher Kostensteigerung der Billigflieger sich einen anderen Flughafen sucht.

Generell antwortet Easyjet-Mediensprecherin Yvonna Schindler eine Anfrage zur Entwicklung des Steuerstreits wie folgt: «Easyjet hat die Erklärung zwischen der Schweizer Regierung und der französischen Regierung zum Steuerrecht am Euro-Airport zur Kenntnis genommen und begrüsst die gemeinsame Initiative der beiden Länder zur Klärung der Steuerfrage. Diese Bemühungen sorgen am Standort Basel-Mulhouse-Freiburg für Stabilität. Obwohl diese Entwicklung ein wichtiger Schritt zur Lösung der Steuerfrage ist, müssen noch eine ganze Anzahl Fragen geregelt werden. Bis dies der Fall ist, hält Easyjet an seinem Ausbaustopp am Euro-Airport fest.»

Derzeit hat die Fluggesellschaft neun Flugzeuge fest auf dem EAP stationiert und wickelt dort mit 350 Mitarbeitern über 50 Prozent der Flüge ab, die zu 50 Destinationen führen.

33 Prozent Gewinnsteuer

Auswirkungen wird die neue Steuerregelung auch auf den Flughafen selbst haben. Bisher führte der EAP keine Gewinnsteuern ab und reduzierte damit seine Schulden, was dazu führte, dass die Nettoverschuldung in den letzten Jahren massiv gesunken ist. In Zukunft aber wird eine Gewinnsteuer von 33 Prozent erhoben, die zu gleichen Teilen an die Schweiz und Frankreich abgeführt werden.

Rechnet man dies auf den Jahresgewinn von 2013 hoch, der bei 21 Millionen Euro lag, wären dem EAP bei einer Abgabe von sieben Millionen Euro noch 14 Millionen verblieben – er kann also weniger investieren und sich weniger am geplanten Bahnanschluss beteiligen, die wieder aktuell werden sollte.