Flugverkehr

Fluglärmschutz am EuroAirport Basel wird erweitert

Starts nach 23 Uhr am EuroAirport Basel gehören wohl bald der Vergangenheit an. Von 23 bis 24 Uhr sollen nur noch Flugzeuge mit Verspätung starten dürfen.

Starts nach 23 Uhr am EuroAirport Basel gehören wohl bald der Vergangenheit an. Von 23 bis 24 Uhr sollen nur noch Flugzeuge mit Verspätung starten dürfen.

Der EuroAirport wird bei der zuständigen Zivilluftfahrtbehörde Frankreichs Änderungen der Betriebsregeln zur Verstärkung des Fluglärmschutzes in den sensiblen Nachtstunden beantragen. Das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt Basel-Stadt begrüsst dies.

Heute Mittwoch hat der EuroAirport mitgeteilt, dass alle Starts, die zwischen 23 und 24 Uhr geplant sind, verboten werden sollen. Zudem sollen die lärmtechnischen Anforderungen an die Flugzeuge, die zwischen 22 und 6 Uhr eingesetzt werden, verschärft werden. Damit kann eine deutliche Lärmreduktion erreicht werden. Gemäss des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) überwiegt mit diesen Einschränkungen die Entlastung für die Bevölkerung gegenüber den wirtschaftlichen Nachteilen. 

Weiter kommt es beim EuroAirport zu einer Korrektur der RNAV-Flugfahrten bei Starts ab Piste 15 mit Abflug nach Westen. Damit werden die Überflüge über das Siedlungsgebiet von Allschwil und Schönenbuch reduziert. Diese Korrektur begrüsst das WSU.

Das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt bezeichnet den Antrag an die französische Luftfahrbehörde DGAC (Diréction générale de l’Aviation civile) als wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen Verbesserung der Fluglärmsituation am EuroAirport. Das sei für die Akzeptanz des Flughafens von zentraler Bedeutung. Man erwarte eine rasche Bestätigung von der französischen Behörde und dass die nötigen formalen Schritte zügig erfolgen.

80% weniger Starts zwischen 23 und 24 Uhr

Schon Ende 2018 hat der Verwaltungsrat des EuroAirports beschlossen, die Aufhebung aller Starts nach 23 Uhr einzuleiten. So könnten in dieser Zeit nur noch Starts von verspäteten Flügen stattfinden. Der Hintergrund: Entlastungen des zunehmenden Fluglärms am späten Abend zu erreichen, was dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung in der Nachbarschaft entspricht.

Der nun im Mai beschlossene Antrag an die DGAC beinhaltet ein Verbot aller geplanter Starts zwischen 23 und 24 Uhr sowie ein Verbot von Flugbewegungen mit Flugzeugen, die über den verschärften lärmtechnischen Anforderungen liegen. Damit sind mehr Flugzeugtypen von Flugbeschränkung betroffen als heute. Mit diesem Antrag lässt sich laut Studien eine klare Fluglärmverbesserung erreichen. Laut dem WSU würde sich die Zahl der Starts, ausgehend von Zahlen des Vorjahres, zwischen 23 und 24 Uhr um 80% verringern. Bezogen auf Start und Landung fallen 60% weg. Die Lärmreduktion im Norden des EuroAirports wäre 6 Dezibel, im Süden 11 Dezibel.

Entlastung grösser als wirtschaftliche Nachteile

Besonders betroffen von dem Verbot geplanter Starts ab 23 Uhr sind laut WSU vor allem Expressfrachtunternehmen betroffen. Basel-Stadt könne diese Einschränkung in Kauf nehmen. Denn die Entlastung der Anwohner überwiegt die wirtschaftlichen Nachteile.

Für das WSU ist es wichtig, dass der Flugweg der satellitengestützten RNAV-Abflugverfahren auf Piste 15 korrigiert werden soll. Damit würden die Gemeinden Allschwil und Schönenbuch deutlich entlastet werden.

Das WSU freut sich nach eigener Aussage, dass der Flughafen zusammen mit der die französischen Flugsicherungsbehörde DSNA diesem Problem rasch nachgegangen sei und nun eine Lösung dafür vorliege.

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