Hello-Grounding

Flugstopp bei Hello: Für den Flughafen fällt der Schaden begrenzt aus

Hello kann aus finanziellen Gründen nicht mehr fliegen. Auch der Airbus am Euro-Airport steht still. Für die Mitarbeiter gibt es einen Sozialplan: Bis Ende Januar erhalten sie ihren Lohn. Dem Flughafen schadet die Hello-Pleite kaum.

Die Flotte der Fluggesellschaft Hello steht seit Sonntagabend still. Auch der am Euro-Airport Basel-Mulhouse (EAP) stationierte Airbus A320: «Wir haben die Maschine abseits auf unserem Gelände parkiert», sagt EAP-Mediensprecherin Vivienne Gaskell. So blockiere er nicht das normale Tagesgeschäft des Basler Flughafens.

«Wir bedauern die Situation», sagt Gaskell. Für den EAP bedeute das den Verlust einer Fluggesellschaft und eines stationierten Flugzeugs. «Für den Euro-Airport ist das aber nicht von existenzieller Bedeutung.» Über 750 Flüge mit mehr als 120 000 Passagieren hat Hello zwischen Januar und September dieses Jahres durchgeführt. Trotzdem: «Momentan haben wir keine gestrandeten Passagiere am Flughafen», so Gaskell. Die Flüge bis Ende Oktober und im neuen Winterprogramm würden von Tour-Operator Tui Deutschland durchgeführt, der auf der Suche nach Charter-Ersatzlösungen sei. «Für die betroffenen Passagiere ändert sich nichts. Statt in eine Hello-Maschine steigen sie in ein anderes Flugzeug, beispielsweise in eine Air-Berlin- oder Tui-Fly-Maschine.» Das gilt aber nicht für alle Hello-Kunden.

Hello auch beim EAP in der Kreide

Auch auf Arbeitsplätze am EAP habe das vorläufige Grounding keine Auswirkungen - das zuständige Basler Gericht gewährte gestern einen Konkursaufschub bis Ende November. «Es sind keine indirekten Jobs betroffen, da durch die Ersatzflüge alle Hello-externen Dienstleistungen weiterhin benötigt werden», sagt Gaskell.

Dennoch gibt es finanziellen Diskussionsstoff: «Der Euro-Airport hat offene Forderungen gegenüber Hello.» Mehr will Gaskell zu den Ausständen aber nicht sagen. Zudem falle normalerweise für auf dem Gelände abgestellte Flugzeuge eine Stationierungsgebühr an. «Wie das im aktuellen Fall von Hello aussieht, müssen wir noch detailliert anschauen.»

Die Fluggesellschaft selber hat ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Sonntagabend nach der letzten Landung des Tages über die Insolvenz informiert, wie Hello-CEO Robert Somers gegenüber der bz bestätigt. «Sie haben sehr betroffen reagiert, waren schockiert.» Gestern Nachmittag dann sprach Somers in Zürich nochmals zu allen Angestellten.

Insgesamt sind vom Hello-Grounding rund 140 Angestellte betroffen, 25 bis 30 davon in Basel. «Es gibt einen Sozialplan», so Somers. Die Löhne der Angestellten seien auf jeden Fall bis Ende Januar gesichert.

Fünf Kauf-Interessenten für Hello

Somers ist froh über den gerichtlich gewährten Konkursaufschub: «Das gibt uns etwas Zeit, einen Investor zu finden.» Und es seien auch Interessenten vorhanden. «Fünf Unternehmen aus verschiedenen Branchen haben ihr Interesse bekundet.»

Auch wenn bei Hello momentan nichts mehr geht: In der Flugsuche auf der EAP-Website waren gestern Nachmittag auch noch weitere Flüge der zumindest vorübergehend gegroundeten Airline zu finden. Heute Abend nach Düsseldorf (Deutschland, 18.35 Uhr) und morgen Richtung Gran Canaria (Spanien, 11.20 Uhr). Währenddessen war die Website der Fluggesellschaft selbst einigermassen vorfallsgerecht betitelt. «Notfall: Hello, welcome on board, Schweizer Airline», zeigt der Reiter im Browser seit gestern Morgen an - wobei die Phrase «welcome on board» reichlich deplatziert wirkt.

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