Studie

Förderung des Güterverkehrs liegt im Interesse der Region Basel

Die Region Basel spielt bei der Logistik und dem Güterverkehr eine besondere Rolle. (Symbolbild)

Die Region Basel spielt bei der Logistik und dem Güterverkehr eine besondere Rolle. (Symbolbild)

Kantone und Wirtschaft setzen sich gemeinsam ein, um den Logistikstandort Schweiz für die Zukunft zu erhalten. Die Region Basel spielt dabei eine besondere Rolle. Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels setzt sich für die Förderung der Branche ein.

Basels Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels weiss um die Wichtigkeit der Logistik für die Region Basel: Deshalb setzt er sich als Vorstandsmitglied der Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK) für die Förderung der Branche ein. Gemeinsam haben Kantone und verladende Wirtschaft in Studien zu Infrastruktur und Logistikstandorten unter dem Titel «Infrastruktur Güterverkehr 2030» 24 konkrete Handlungsempfehlungen an Bund, Kantone und die verladende Wirtschaft erarbeitet.

Bund soll Neubauten bewilligen

Dabei legen die Studien drei Entwicklungsschwerpunkte fest: die Beseitigung der Engpässe auf Schiene und Strasse, die Sicherung und Neuschaffung von Logistikstandorten sowie deren Finanzierung. Betroffen wäre von diesen Massnahmen auch die Region Basel.

So ist ein wesentlicher Bestandteil der Forderungen die Gleichberechtigung von Güter- und Personenverkehr auf der Schiene, wie sie der Bund bereits in seinem neuen Netznutzungskonzept vorsieht. Der Baselbieter öV-Planer Jörg Jermann sieht darin eine Gefahr für die Ausbauprojekte zum Viertelstundentakt der S-Bahn.

Für Wessels ist klar: «Es gibt auf der Schiene wie auf der Strasse ein Konfliktpotenzial zwischen Güter- und Personenverkehr.» Angst, dass der geplante Ausbau des Korridors Basel-Olten für die S-Bahn durch zusätzlichen Güterverkehr wieder neutralisiert werden könnte, hat Wessels aber weniger: «Der Personenverkehr ist zeitlich beschränkt. Ein Güterzug kann aber auch gut um vier Uhr nachts über das Überwerfungsbauwerk Pratteln fahren.»

Neubauten von Logistikstandorten, die an Schienen angebunden sind, sollen in Zukunft nach dem Eisenbahngesetz auf Bundesebene bewilligt werden, weil es dann bei Einsprüchen mit dem Bundesgericht nur noch eine Instanz gäbe. Beim geplanten trimodalen Hafen in Kleinhüningen will Basel-Stadt dieses Verfahren erstmals anwenden. Momentan führt der Bund die Mediation zwischen den Interessensgruppen.

Auf den Autobahnen fordert die Studie als Zwischenmassnahme die Freigabe von Pannenstreifen für den Verkehr. Wessels ist überzeugt, dass auch der A 2-Abschnitt Hagnau-Augst «absolut» von der Aufwertung der Rheinhäfen profitieren wird: «Je mehr der Bund die Bedeutung der Rheinhäfen anerkennt, desto mehr wächst der Druck auf die A 2.» Um den Ausbau der Strassen zu finanzieren, schlägt die Studie einen Fonds vor, analog zu demjenigen zur Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur.

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