Kultur

Fondation Beyeler steigt trotz Verlusten nicht aus Museumspass aus

Für die Fondation kommt ein Ausstieg aus dem Museums-Pass momentan nicht infrage.

Für die Fondation kommt ein Ausstieg aus dem Museums-Pass momentan nicht infrage.

Die mit Geldsorgen kämpfende Fondation Beyeler ärgert sich über den Einnahmenverlust wegen des Museumspasses. Ein Ausstieg steht dennoch nicht zur Debatte.

Die Fondation Beyeler braucht dringend Geld und kämpft mit einem Defizit von über fünf Millionen Franken. Deshalb verlangt sie vom Kanton Basel-Stadt eine höhere Subvention, wie die «Schweiz am Sonntag» kürzlich berichtet hat. Als einen Grund für die Verluste nennt die Fondation im Ratschlag zur Bewilligung von Staatsbeiträgen für die Jahre 2016 bis 2019, dass ihr durch die Museumspassinhaber Einnahmen in der Grössenordnung von 500 000 Franken pro Jahr entgingen. Von jährlich 320 000 Besuchern würden über 20 Prozent mit dem Pass kommen. Laut Regierung ist eine Erhöhung der Subvention, die knapp zwei Millionen Franken pro Jahr beträgt, nicht möglich. Ein Ausstieg aus dem Museumspass sei zudem kurzfristig nicht vorgesehen und frühestens 2017 möglich.

Und weiter: «Insbesondere das Thema des Museumspasses, der ein triregionales Projekt darstellt, ist für den Regierungsrat vorläufig ein elementarer Bestandteil des Leistungsauftrags.» Der Staatsbeitragsvertrag 2016 bis 2019 verpflichte das Beyeler-Museum zur Teilnahme. Eine allfällige Veränderung müsse mittelfristig diskutiert und mit dem Museum geklärt werden. Sie scheint nicht aktuell zu sein. Die Kaufmännische Direktorin Ulrike Erbslöh teilt mit: «Die Fondation Beyeler plant derzeit keinen Austritt aus dem Museumspass.»

Austrittsdiskussion schon 2004

Trotz der Entwarnung: Die Diskussion ist nicht neu und der Austritt war schon einmal für Ende 2004 angekündigt worden. Damals argumentierte der Kaufmännische Direktor mit einem Jahresverlust von 300 000 Franken durch den Pass.

Der Austritt konnte mit einer Neuregelung verhindert werden, indem Passinhaber in sieben Museen bei grossen Ausstellungen bis zu fünf Franken zuzahlen mussten. Die Zuzahlung erwies sich aber als keine gute Lösung: «Es war aufwendig und gab mehr Ärger als Mehreinnahmen», erinnert sich Gilles Meyer, Geschäftsführer des Passes. Man habe schliesslich die Rückerstattung für die Museen erhöht und Beyeler blieb.

Heute erhält die Fondation wie jedes Museum 30 Prozent pro verkauften Pass, das sind 38 Franken. Insbesondere bei grossen Anlässen wie der Gauguin-Ausstellung steigen die Verkaufszahlen an. Ausserden gibt es für jeden Eintritt 50 Prozent des Durchschnittseintrittspreises – hierbei sind Ermässigungen wie für Jugendliche oder IV-Bezüger berücksichtigt.

Befragt zum Einnahmenverlust von 500 000 Franken pro Jahr fällt Meyer aus allen Wolken. «Die Museen gehen davon aus, dass die Besucher mit Pass sowieso kommen. Manche gehen aber wegen des Passes mehrmals in eine Ausstellung, was sie sonst nicht machen würden. Es handelt sich um einen theoretischen Einnahmenverlust.» Nicht berücksichtigt seien zudem Zusatzeinnahmen im Museumsshop.

Grössere Beteiligung möglich

Auf die Frage, wie die Fondation auf die 500 000 Franken komme, geht Erbslöh nicht ein, sie bestätigt aber die Summe. Sie erachte es «als positiv, wenn die Entwicklung der Strategie und die Ziele» des Passes laufend diskutiert werden. Dies scheint durchaus der Fall zu sein. So hat sich der Pass neu zum Ziel gesetzt, Museen, die am meisten unter dem Verlust leiden, mehr auszuzahlen. «Sie bekommen aber nur mehr Geld, wenn wir welches zu verteilen haben», sagt Meyer.Kommentar Seite 35

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