Widerstand

Forderungen des VCS drohen neue Joggelihalle zu verzögern

Könnte durch politischen Widerstand verzögert werden: Die neue Joggelihalle, die 2017 in Betrieb genommen werden soll.  Visualisierung/zvg

Könnte durch politischen Widerstand verzögert werden: Die neue Joggelihalle, die 2017 in Betrieb genommen werden soll. Visualisierung/zvg

Während in der Gemeinde Münchenstein alles nach Plan und die öffentliche Mitwirkung läuft, bahnt sich im Hintergrund Widerstand gegen die neue Joggelihalle an. Denn der Verkehrs-Club beider Basel äussert Einwände.

Wenn im Jahr 2017 der Swiss-Indoors-Sieger den Pokal in die Höhe stemmt, werden ihm 12'000 Menschen zujubeln – 3000 Zuschauer mehr als jene, die Roger Federer bei seinem letzten Sieg im Herbst feierten. Die Joggelihalle wird ein komplett neues Gesicht erhalten und soll fortan gar dem Zürcher Hallenstadion Paroli bieten. In Zukunft sollen nicht nur die besten Tennisspieler, sondern auch die grossen Rockstars am Rheinknie Halt machen.

Der Basler Grosse Rat hat das Projekt Giovanni bereits einstimmig verabschiedet und den dazu benötigten Kredit bewilligt. Die Eingabe der Architekturgemeinschaft Degelo/Berrel Berrel Kräutler ging als Sieger aus dem Projektwettbewerb hervor. Dem Megaprojekt stellen sich nun jedoch unerwartet Hürden in den Weg: Bei der Abstimmung anfangs Januar war manchem Basler Parlamentarier noch nicht klar, dass auch noch die Gemeinde Münchenstein über die Sanierung der St. Jakobshalle abstimmen muss. Dies, weil sich ein grosser Teil der neuen Halle auf Boden der Gemeinde Münchenstein befindet.

Umweltprüfung nachliefern

Während in der Gemeinde Münchenstein alles nach Plan und die öffentliche Mitwirkung läuft, bahnt sich im Hintergrund Widerstand gegen die neue Joggelihalle an.

Denn der Verkehrs-Club beider Basel (VCS) äussert Einwände. Wie die bz weiss, wird er seine Kritik nächste Woche in einer Stellungnahme kundtun. VCS-Geschäftsführerin Stephanie Fuchs kritisiert nicht die Kapazitätserhöhung an sich. Sie empfindet aber die Auswirkung des Neubaus auf das Verkehrsaufkommen in diesem belasteten Gebiet als störend. Einen grossen Knackpunkt sieht der VCS beim nordseitigen Vorplatz, bei der 14er-Tramhaltestelle St. Jakob in Richtung Stadion. Die LKW-Ausfahrt führt über diesen Platz, quert den geplanten Veloweg und den stark frequentierten Fussgängerbereich. Die Ausrichtung des Haupteingangs auf den Platz schaffe zusätzliche Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern und sei zumindest fragwürdig. Dieser werde nicht nur nach Ende von Grossanlässen stark belegt sein, sondern auch zu Beginn.

«Fraglich scheint uns auch die Ablehnung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Die St. Jakobshalle wurde bisher nicht auf ihre Umweltauswirkungen überprüft, weil sie vor dem eidgenössichen Umweltschutzgesetz entstanden ist», so VCS-Geschäftsführerin Fuchs. Die Sanierung böte nun die Möglichkeit, diesbezüglich nachzuziehen. Je nach Resultat der UVP kann gemäss Fuchs eventuell auch ein Abbau der Parkplätze in Betracht gezogen werden. Im Gegenzug müsse die S-Bahn-Haltestelle St. Jakob aber auch bei mittelgrossen Anlässen in Betrieb sein. Und die Sicherheit für Velos auf den Zufahrten via Brüglinger-, Gellert- und St. Jakobs-Strasse müsse ebenfalls markant verbessert werden.

Das weitere Vorgehen

Wenn die eingegangenen Mitwirkungen bereinigt sind, wird der Quartierplan der Münchensteiner Einwohnergemeindeversammlung am 16. März vorgelegt. Und dann könnten die Einwohner die Planungen für die Sanierung der St. Jakobshalle blockieren. Sollte der VCS allerdings mit seinen Bedenken auf taube Ohren stossen, wird der Quartierplan dem Baselbieter Regierungsrat weitergeleitet. Und dann wird der Swiss-Indoors-Sieger 2017 tatsächlich von einer Rekordkulisse bejubelt werden können.

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