Medizin

Forscher erhellen Wandlungsmechanismus der Malaria-Parasiten

Basler Forschende haben einen Teil des Übertragungsmechanismus von Malaria entschlüsselt. Ihr Befund könnte dabei helfen, die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen.

Malaria ist eine Krankheit, die durch Parasiten der Gattung Plasmodium ausgelöst wird. Die Parasiten werden durch den Stich infizierter weiblicher Anopheles-Mücken auf den Menschen übertragen. Dort vermehren sie sich im Blutkreislauf ungeschlechtlich und verursachen chronische Infektionen.

Im Lauf jedes Vermehrungszyklus entwickelt sich jedoch ein kleiner Anteil der Parasiten in Gametozyten, die sich nicht mehr teilen. Saugt wiederum eine Mücke das Blut einer infizierten Person auf, nimmt sie diese Gametozyten auf. Dort vermehren sich diese wieder und wandeln sich um. Damit sind die Gametozyten für die Übertragung von Malaria auf andere Menschen verantwortlich.

Nun ist es zentral zu verstehen, wie Malaria-Parasiten die Gametozyten-Produktion kontrollieren. Die Entscheidung, ob sich ein Parasit zu einem Gametozyten entwickelt, wird durch einen molekularen Schalter gesteuert, wie aus einer Mitteilung des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts Swiss TPH vom Donnerstag hervorgeht.

Protein legt Schalter um

Forschende des Tropeninstituts haben zusammen mit Kollegen des Biozentrums der Universität Basel und der Radboud Universität in den Niederlanden nun ein Protein der Parasiten identifiziert, das eine entscheidende Rolle bei der Aktivierung des Schalters für die Umwandlung zu Gametozyten spielt. Die Studie, die im Fachjournal «Science» publiziert wurde, zeigte weiter, dass dieses Protein (GDV1) nur in Parasiten produziert wird, die zur Gametozyten-Entwicklung bestimmt sind.

Das bessere Verständnis dieses Prozesses bietet eine Chance, dass Medikamente dereinst direkt auf die Gametozyten abzielen können. «Wenn wir diesen Mechanismus blockieren oder Gametozyten ganz eliminieren könnten, würden wir dem Ziel die Übertragung von Malaria zu unterbrechen einen beachtlichen Schritt näherkommen», wird Till Voss, Mitautor der Studie und Leiter der Malaria Gene Regulation Unit am Swiss TPH, in der Mitteilung zitiert.

Die Tropenkrankheit kostet jedes Jahr rund eine halbe Millionen Menschen das Leben. Vor allem für kleine Kinder endet die Krankheit oft tödlich.

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