Mit mehreren Dutzend Millionen zumeist preiswerter und modischer Uhren pro Jahr ist Fossil hinter Swatch Group, Richemont und Rolex nach eigenem Bekunden weltweit die Nummer vier der Uhrenhersteller. Mit derzeit 400'000 Exemplaren sei der Anteil der in der Schweiz hergestellten Uhren nur klein, räumte Martin Frey, Europa-Chef von Fossil, am Mittwoch in Basel vor den Medien ein.

Millionen in die Produktion investiert

In den letzten Jahren hat das Unternehmen jedoch in der Schweiz mehrere Dutzend Millionen Franken in die Produktion investiert, und mittelfristig soll noch einmal ein zweistelliger Millionenbetrag folgen. Die Produktion erfolgt an den Standorten Biel, Glovelier JU und Manno TI mit derzeit 150 Mitarbeitenden.

Im Tessin verfügt das Unternehmen mit der STP Swiss Technology Production seit 2012 über eine eigene Produktionsstätte für mechanische Uhrwerke. Dieses Jahr sollen dort 130'000 Werke hergestellt werden, 2015 bereits 200'000.

Die Produktion könne leicht verdoppelt werden, hiess es an der Medienkonferenz weiter. Fossil sei heute bereits der drittgrösste Hersteller von mechanischen Uhrwerken in der Schweiz und wolle dies auch bleiben.

Grosses Potenzial für "Swiss made"-Uhren sieht Fossil im mittleren Preissegment namentlich in Asien. Uhren aus Schweizer Fertigung verkauft der global aktive Konzern sowohl unter den Eigenmarken Fossil und Zodiac wie auch unter Lizenzmarken wie Burberry und Emporio Armani.

Europasitz in Basel wird ausgebaut

Von wachsender Bedeutung ist die Schweiz für Fossil nicht nur von der Uhrenproduktion her, sondern auch für die Vermarktung von Uhren und Accessoires in Europa. Seit 2004 hat das 1984 gegründete Unternehmen nämlich seinen Europasitz in Basel. Innerhalb von zehn Jahren ist dort die Zahl der Mitarbeitenden von 40 auf rund 250 gestiegen, die sich derzeit noch auf drei Standorte verteilen.

2016 will Fossil auf dem im Bau befindlichen neuen Basler Erlenmattquartier einen 28 Meter hohen Neubau mit acht Stockwerken beziehen, der 350 Mitarbeitenden Platz unter einem Dach bietet. Das Unternehmen will sich im 20 Millionen Franken teuren Gebäude einmieten und in den Innenausbau über 10 Millionen Franken investieren.

Als grossen Vorteil des Neubaus werten die Fossil-Verantwortlichen dessen Nähe zur Messe Basel und damit der Weltmesse für Uhren und Schmuck. Zwar nimmt die Fossil-Gruppe mit einem Teil ihrer Marken nach einem Unterbruch wieder an der "Baselworld" teil, doch werden die Kollektionen der Kundschaft aus aller Welt während der Messe auch am Europasitz präsentiert.

Messestimmung wird im Neubau dereinst das ganze Jahr über herrschen. Denn nicht weniger als 2500 m2 sind für Showrooms vorgesehen. Diese sollen dazu beitragen, dass Fossil auch in Zukunft das angestrebte zweistellige Umsatzwachstum in Europa erreicht.

2013 hatte das Unternehmen mit weltweit 14'000 Angestellten in Europa erstmals die Milliardengrenze knacken können. Vom Gesamtumsatz von 3,26 Milliarden Dollar entfielen 52 Prozent auf Amerika, 33 Prozent auf Europa und 15 Prozent auf Asien. In der Schweiz belief sich der Umsatz auf rund 30 Millionen Franken.