Ballett-Direktor Richard Wherlock in der Campari Bar, Sängerin Nubya im Tinguely-Brunnen: Der neue Fotoband von Georgios Kefalas steht ganz im Zeichen der Stadt Basel. «Es handelt sich um eine Art doppeltes Stadtporträt», erklärt der 49-jährige Fotograf. Einerseits gehe es darum, Leute zu zeigen, die Basel repräsentieren, «andererseits sollen die Leser neue und spannende Orte kennenlernen.»

Seit zwei Jahren arbeitet Kefalas zusammen mit der Theaterwissenschaftlerin Ana Castaño Almendral nun schon an seinem Projekt «Doorum Basel». Immer wieder hat er Termine vereinbart, musste mit Absagen leben lernen und seine Pläne umstellen. Nun steht das Werk kurz vor der Vollendung: 99 Personen standen vor Kefalas’ Linse. Nicht ganz hundert also. «Das passt gut», sagt er lachend, «wir sind nicht ganz hundert, gleichzeitig wissen wir, dass wir nicht alles haben können.» Die Idee für sein Projekt sei ihm ursprünglich in Berlin gekommen, wo er ebenfalls Leute in ihrer Stadt fotografierte. «In Berlin waren die Menschen offener, haben sich selbst inszeniert. Hier geben sich die Leute verschlossener», erzählt er rückblickend.

Lieblingsort Rheinufer

Entstanden sind schlichte Schwarz-Weiss-Fotografien, die ganz von den abgebildeten Persönlichkeiten leben. Diese werden mit Kommentaren der Prominenten ergänzt, die erklären, weshalb Basel für sie speziell ist. «Es ging explizit nicht darum, perfekte Bilder zu schiessen. Ich wollte im Reportage-Stil arbeiten, mich auf spontane Begegnungen einlassen», erklärt Kefalas.

Spannend ist das Buch insbesondere auch deswegen, weil die abgebildeten Personen selbst auswählen konnten, wo sie fotografiert werden. Die Lieblingsorte der Basler Prominenz sind laut Kefalas nicht speziell unterschiedlich: «Das Rheinufer wurde relativ häufig als Wunsch geäussert», erzählt er. Und auch der Fotograf selbst würde sich am liebsten in Wassernähe ablichten lassen, wie er sagt: «Ich bin gern im Kleinbasel, besonders die Buvetten am Rheinbord gefallen mir gut.»

Fotos mit historischem Charakter

Überlegt schaut Kefalas auf die letzten zwei Jahre zurück. Es sei ziemlich aufwendig gewesen, von A bis Z ein eigenes Fotobuch zu entwerfen. Und auch sonst habe sich seit dem Projektbeginn im Jahr 2011 einiges getan in Basel. FCB-Trainer musste Kefalas während dieser Zeit gleich drei fotografieren: Thorsten Fink, Heiko Vogel und Murat Yakin. Ins Buch geschafft hat es nun nur Letzterer. Und auch die mittlerweile verstorbene Märli-Königin Trudi Gerster wurde in «Doorum Basel» verewigt. «Das fertige Produkt hat also schon fast historischen Charakter», sagt Kefalas mit einem Augenzwinkern.

Grösster Stress vorbei

Als besonders berührend hat er das Treffen mit Dalip Singh Khalsa in Erinnerung, dem beliebten Strassenwischer mit dem Turban. «Er war so richtig erfreut und dankbar», erzählt der Fotograf, «nach der Arbeit hat er uns dann gleich noch spontan zum Essen eingeladen.»

Mittlerweile ist der grösste Stress vergangen. Er freue sich auf den Herbst, wenn die erste Auflage des Buches auf den Markt kommt, sagt Kefalas sichtlich erleichtert. Eine Sorge bleibt ihm jedoch noch: Für den Druck ist er noch auf der Suche nach Leuten, die ihn auf der Crowdfunding-Website «Wemakeit» unterstützen.

Interessierte können sich ein Fotoshooting oder auch ein Buch kaufen und damit das Fotografie-Projekt unterstützen. Noch bis Freitag, 13. September, läuft die Aktion. «Wenn das mal nicht Glück bringt», meint Georgios Kefalas schmunzelnd.

www.wemakeit.ch/projects/doorum-basel

www.kefalas.ch/doorum-basel