Ausgezeichnet
Fotograf Fabian Brogle will mit seinen «Schabernack»-Fotografien dem Ernst der Welt entgegenwirken

Für seine extravaganten Fotoideen erhält der Basler Fabian Brogle den Publikumspreis in der Kategorie «Mensch».

Meret Knaack
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Teambildende Massnahme der schweizerischen Synchronschwimmstaffel zur Stärkung des «Wir»-Gefühls.

Teambildende Massnahme der schweizerischen Synchronschwimmstaffel zur Stärkung des «Wir»-Gefühls.

Fabian Brogle

Die Guggenmusik ist nicht sein einziges Hobby: Der Basler Fotograf Fabian Brogle gewann für sein lustiges Bild «Badenixen» einen Preis. Und dies nicht auf irgendeiner Amateur-Website, sondern auf der internationalen Website www.1x.com. Diese sagt über sich selbst, dass die professionellsten Kuratoren dahinter stecken. Die Bilder, die von den Usern auf ihre Profile geladen werden, müssen erst dem kritischen Blick dieser Kuratoren standhalten, um auf der Website und dem Profil bleiben zu dürfen. Eine Mitgliedschaft auf der Seite kostet stolze 80 Dollar, die Brogle allerdings zur Auszeichnung geschenkt bekommen hat.

Die Bilder der Fotografen werden einerseits von einer Jury und andererseits vom Publikum bewertet. Dabei konnte Brogles Arbeit auch das Publikum überzeugen. «Es kam sogar ein deutscher Verlag auf mich zu, der mein Bild als Postkarte verkaufen will. Das hat mich unheimlich gefreut», sagt Brogle. Momentan verkaufen einige Kioske in ganz Deutschland die Geburtstags-Postkarte.

Suche nach der Wanne

Das Bild «Badenixen» entspricht ganz Brogles Stil, den er selbst als «Schabernack»-Fotografie bezeichnet. «Die Idee kam mir beim Baden mit meiner kleinen Tochter. Ich hatte ein Platzproblem und dachte mir: Wie würde das wohl aussehen, wenn drei ausgewachsene Männer sich eine Wanne teilen müssten?» Zur Umsetzung seiner Idee fehlten ihm weder die Modelle, noch die Begeisterung. Das Problem lag im Finden der richtigen Badewanne. Diese fand er dann schliesslich per Zufall im Fotostudio einer Freundin. Dann konnte das Shooting losgehen. Fotografiert hat Brogle schon immer gerne. Aber nachdem er 2013 eine Spiegelreflexkamera gekauft hatte und sich der Landschaftsfotografie widmete, merkte er schnell, dass das nicht wirklich sein Ding ist.

Es gäbe schon genug Ernst in dieser Welt. Er möchte nicht noch einen weiteren Auftrag zur Interpretation geben. Er möchte dem Ernst in der Welt entgegen wirken, und zwar in Form lustiger Bilder: «Mein Ziel ist es nicht, durch Bilder politische Messages rüberzubringen. Es geht mir um die Freude an meinem Hobby und um die Freude, die ich anderen Menschen damit machen kann.»

Dabei achtet er darauf, dass er den Fotos seine eigene Note verleiht und dass sie nicht einfach reproduzierbar sind. Professionalität ist ihm wichtig, wenn es um das Fertigstellen seiner Arbeit geht. Vor allem mit dem Bearbeitungsprogramm «Photoshop» gelinge es ihm, eine Einzigartigkeit in seine Bilder und deren Wirkung zu bringen: «Es sollen keine 0815 Bilder sein», sagt Brogle. Seine Fotoideen sind mittlerweile so populär, dass er sich die Model-Anfragen sparen kann. Diese melden sich von selbst und und fragen an, ob sie Modell stehen dürfen. Wer mehr von Brogles Arbeit sehen möchte, besucht am besten seine Facebook-Seite oder folgt ihm auf Instagram.

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