Fotovoltaik
Basel hat das Potenzial, die Hälfte des aktuellen Stromverbrauchs mit Solarenergie abzudecken

Der Bruttoenergieverbrauch des Kantons Basel-Stadt nimmt ab. Jetzt zeigt eine Studie: Flächendeckend eingesetzt könnten Fotovoltaikanlagen genug Strom produzieren um knapp 50 Prozent des jetzigen Stromverbrauchs zu versorgen.

Ali Ahmeti
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Basels verstecktes Energie-Potenzial liegt auf den Dächern der Stadt.

Basels verstecktes Energie-Potenzial liegt auf den Dächern der Stadt.

KEYSTONE

Basel hätte das Potenzial, etwa die Hälfte des gesamten Stromverbrauch mit Fotovoltaikanlagen abzudecken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag des Bundes. Die Stromproduktion mittels Solarenergie hat sich im Kanton in den vergangenen zehn Jahren mehr als versiebenfacht. 2010 waren es noch etwa 3 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr, während es 2020 bereits 25,1 GWh waren. Eine GWh entspricht einer Million Kilowattstunden (kWh). Mit der Energie einer Kilowattstunde kann man etwa eine Stunde staubsaugen.

In den vergangenen zehn Jahren nahm die Zahl der Fotovoltaikanlagen stark zu. 2010 waren es gerade mal 201 Anlagen, verteilt auf drei Hektaren. Pro Einwohner entspricht das 0,15 Quadratmeter Fläche und ein jährlicher Output von 17,8 kWh. Der Kanton förderte die Produktion der Anlagen mit finanziellen Mitteln, was zu einer Ausdehnung der Produktion führte. Zehn Jahre später waren es laut Statistischem Amt des Kanton bereits 1200 Anlagen mit insgesamt 20 Hektaren. Pro Einwohner sind das nun 1,02 Quadratmeter und 125 kWh. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr produzierten Fotovoltaikanlagen schweizweit insgesamt 2599 GWh Solarstrom.

Potenzial in Basel ist noch lange nicht ausgeschöpft

Obwohl ein Aufwärtstrend zu sehen ist, gibt es noch sehr viel Potenzial in Basel-Stadt. Eine Studie, die vom Bund in Auftrag gegeben wurde, sollte das maximale Potenzial der Solarenergie in der Schweiz herausfinden. Im Rahmen der Studie wurde 2019 berechnet, wie viele Dächer und Fassaden in verschiedenen Gemeinden zur Verfügung stehen. Das Resultat: Wenn in Basel alle Dächer und Fassaden mit Solarzellen bestückt würden, wäre eine Produktion von total 656,1 GWh pro Jahr möglich. Das wäre ein Fünftel der aktuell schweizweiten Solarstromproduktion.

Der Stromverbrauch des Kantons Basel-Stadt sank von 2010 bis 2018 von 1628,3 auf 1343,5 GWh, ein Minus von 17 Prozent. Gleichzeitig ist der gesamte Energieverbrauch in Basel-Stadt um rund 5 Prozent gesunken. Auch der Anteil der erneuerbaren Energiequellen stieg – 2010 deckten sie etwa 40 Prozent des Gesamtverbrauchs. Innert 8 Jahren stieg ihr Anteil um rund sieben Prozentpunkte.

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