Einkaufstourismus
Franken 20 Rappen mehr wert – deutsche Grenzorte sind unvorbereitet

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hob heute den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken sofort auf. Grenznahe Städte wie Lörrach und Weil am Rhein gehen nun von einem stark erhöhten Aufkommen von Einkaufstouristen aus.

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Vor dem Autobahn-Zoll in Weil am Rhein (D) staut sich der Verkehr der Einkaufstouristen jedes Wochenende.

Vor dem Autobahn-Zoll in Weil am Rhein (D) staut sich der Verkehr der Einkaufstouristen jedes Wochenende.

Keystone

Wer heute am frühen Nachmittag in den süddeutschen Raum telefonierte und erklärte, dass die Nationalbank den Euromindestkurs aufgehoben hat, verbreitete eine Neuigkeit. Die Stadtoberen der Einkaufsparadiese in Konstanz, Weil am Rhein oder Lörrach hatten noch nichts von ihrem Glück mitgekriegt. Oder Unglück, je nach Perspektive.

Grenznahe Städte in Süddeutschland wie Lörrach, Konstanz und Weil am Rhein sind jedes Wochenende mit einer grossen Masse von Einkaufstouristen konfrontiert. Sie verstopfen die Strassen in den Städten, parken wild und stehen bis spät am Abend Schlange an den Zollhäuschen, um ihre Formulare für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer abstempeln zu lassen.

In Lörrach geht man nun von einem stark erhöhten Aufkommen von Einkaufstouristen aus. «Es ist ja noch zusätzlich Winterschlussverkauf und mit dem zusammen verschenken wir den Schweizer Kunden ja unsere Waren fast», sagt Horst Krämer, Vorsitzender des Gewerbevereins Pro Lörrach. Krämer warnt indes in Anbetracht des zu erwartenden Ansturms davor, mit dem Auto nach Lörrach reinzufahren. «Wir empfehlen, beim Freizeitpark Haagen zu parkieren und dann mit der S6 nach Lörrach reinzufahren», sagt Krämer.