In einem Bericht des französischen Staats zu den grossen Infrastrukturmassnahmen der kommenden 20 Jahre ist der geplante Bahnanschluss zum Euro-Airport Basel-Mulhouse nicht enthalten. Wie die «Schweiz am Wochenende» publik gemacht hat, steht das auf 260 Millionen Franken veranschlagte Projekt damit vor dem Aus.

In Basel kommt die Absage Frankreichs, das sechs Kilometer lange Eisenbahnteilstück mitzutragen, schlecht an. In einer als Reaktion auf den Zeitungsbericht eingereichten Interpellation will SVP-Grossrat Heinrich Ueberwasser von der Regierung wissen, was der «Sachstand zu Planung und Finanzierung» des Bahnanschlusses zum Flughafen ist.

Er fragt, ob eine staatsvertragliche Regelung des Anschlusses sinnvoll wäre, «um langfristige finanzielle, technische und betriebliche Fragen von vornherein zu klären». Weiter möchte Ueberwasser eine Auskunft zu den nächsten vorgesehenen Schritten, zur Rolle des Kantons und zu den Überlegungen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl).

Brief an französische Regierung

Auch der Verein Regio Basiliensis, der sich für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Dreiland einsetzt, kritisiert die Pläne der Franzosen. Der trinationale Euro-Airport sei von wesentlicher Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region, schreibt Regio Basiliensis in einer Medienmitteilung.

Mit der Integration des Flughafens in das Netz der regionalen S-Bahn werde seine Erreichbarkeit deutlich verbessert. Deshalb fordert der Verein, «dass der französische Staat den Bahnanschluss zum Euro-Airport als wichtiges Schlüsselprojekt in seine Planungen aufnimmt». Die Regio Basiliensis werde sich in den Gremien und Netzwerken vehement für die Eisenbahnstrecke einsetzen. Zudem hat man vor, ein Schreiben an die französische Regierung in Paris zu verfassen. (hof)