Die Basler Strafbehörden haben eine Frau zu Recht wegen mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Beamte zu einer bedingten Geldstrafe von 1350 Franken verurteilt. Zu diesem Schluss kam nun das Bundesgericht. Die Frau war bei einer Befragung zur Furie geworden und hatte den Polizisten in den Arm gebissen.

Vor fünf Jahren musste die Polizei wegen eines Nachbarstreits in einem Mietshaus in der Stadt Basel ausrücken. Mehrfach forderten die beiden uniformierten Polizisten eine Frau im Treppenhaus auf, zum Vorfall Stellung zu nehmen. Sie zeigte vorerst keine Reaktion. Stattdessen stieg sie die Treppe hinauf auf das zweite Stockwerk, wo sie mit einem Schlüssel die Türe zur Wohnung ihrer Tochter aufschliessen wollte.

Als der Polizeiwachtmeister ihre Hand anfasste und zurückzog, um sie nochmals zu einem Gespräch aufzufordern, wurde die Frau zur Furie. Sie begann zu schreien, fuchtelte wild mit den Händen, biss den Beamten in den linken Unterarm und trat mit ihren Füssen mehrmals gegen seine Schienbeine. Da sich die Frau nicht beruhigte, wurden ihr zur Abwehr von weiteren Angriffen Handschellen angelegt. Auch während der anschliessenden Liftfahrt hinunter zum Erdgeschoss trat sie weiterhin gegen die Schienbeine des Polizisten.

Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte die Frau wegen mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 30 Franken. Als das Appellationsgericht diesen Entscheid schützte, rief die Verurteilte das Bundesgericht an. Sie forderte in Lausanne einen Freispruch und verlangte eine Entschädigung von fast 36 000 Franken sowie eine Genugtuung von weiteren 5000 Franken.

Frau sieht sich als Opfer

Sie warf den Basler Strafbehörden unter anderem vor, ihren Anspruch auf ein faires Verfahren verletzt und den Sachverhalt unrichtig und unvollständig ermittelt zu haben. Unter anderem bezichtigte sie den Polizisten eines Fehlverhaltens. Er sei von hinten an sie herangetreten, habe ihr den Schlüssel gestohlen, ihr die Arme nach hinten gerissen, sie gegen die Wand gepresst und sie als wehrlose alte Frau im Rahmen einer «völlig unmotivierten Prügelei» spitalreif geschlagen.

Das Bundesgericht hat all diese Einwände verworfen und festgehalten, dass das Appellationsgericht die Beweislage «bundesrechtskonform gewürdigt» und nicht willkürlich geurteilt hat. Die Frau muss die Gerichtskosten von 2000 Franken bezahlen.