Sicherheit

Frauen fühlen sich im Basler Erlenmatt-Quartier nicht sicher - Kanton nimmt die Furcht in Kauf

Symbolbild

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Zu dunkel und zu unbelebt: Die mangelnde Beleuchtung im neuen Stadtquartier wird von vielen kritisiert.

9100 Quadratmeter und 20,5 Millionen Franken. Mit diesen komfortablen Voraussetzungen konnte der Kanton Basel-Stadt an einem der Ränder des Erlenmatt-Quartiers planen. Und tat dies auch: Bereits 2015 sagte der Grosse Rat Ja zum Projekt Stadtterminal am Riehenring, die Anwohnerschaft freute sich auf die Belebung. 2018 hätten die Trendsporthalle und der Park in Betrieb genommen werden sollen.

Doch der Kanton hadert mit dem Kostenrahmen, überarbeitet das Projekt derzeit – und die Umsetzung wird auf unbestimmte Zeit verzögert. Das erinnert an den Max-Kämpf-Platz unweit des brachliegenden Areals am Riehenring: Mehrmals war der Baubeginn verschoben, das Projekt abgeändert, die Einweihung herausgezögert worden. Dabei hat es das neu geschaffene Quartier Erlenmatt dringend nötig, stärker belebt und wohnlicher zu werden. Das zeigen aktuelle Erfahrungsberichte von Anwohnerinnen, die sich unsicher fühlen in den ausgestorbenen Strassen und auf den dunklen Plätzen.

Der Kanton hat 2018 selbst in seiner Studie zur Sicherheit im öffentlichen Raum festgehalten, dass ausreichende Beleuchtung und Zwischennutzungen von verlassenen Plätzen zentral sind. Mit der Verzögerung des Stadtterminal-Projekts nimmt er aber in Kauf, dass das Sicherheitsgefühl der Quartierbevölkerung abnimmt – und dass die dunklen, menschenleeren und abgelegenen Plätze regelrecht zu kriminellen Taten einladen.

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