Sie besitzen mehr Titel als jedes andere Team in der Geschichte ihres Sports. 36 Mal gewannen sie die neuseeländische Meisterschaft – und das in nur 45 Jahren. Das Lochiel Marching Drill Team gilt daher als das beste Team ihrer Sportart Marching. Zu den unzähligen Titel und Medaillen kommen zahlreiche Teilnahmen an verschiedenen Tattoos in der ganzen Welt.

Auch in Basel steht das Lochiel Team in diesem Jahr in der Arena und präsentiert den Zuschauern den neuseeländischen Nationalsport Marching. «Es braucht viel Entschlossenheit, Engagement und Fitness um ein Marcher zu sein», erklärt Erina Mayo, eine der Anführerinnen des Teams. Hinter der Routine der 22 Frauen stehen monatelange Arbeit, Aufwand und Präzision. Dies möchte das Lochiel Team auch den Basler Zuschauern aufzeigen. «Wir möchten das Publikum mit unserer Präzision, unseren Talenten und unserer musikalischen Interpretation begeistern», so Mayo.

Das Lochiel Marching Drill Team am Basel Tattoo 2017

Das Lochiel Marching Drill Team am Basel Tattoo 2017

Coach seit 51 Jahren

Verantwortlich dafür ist Coach Colleen Pobar. Pobar leitet das Lochiel Marching Drill Team seit dem Jahr 1966 - seit rund 51 Jahren also. «Ihre Hingabe für das Team ist einzigartig. Sie machte Lochiel zu einem Teil ihres Lebens und erschuf so unsere Lochiel Familie», so Mayo. Pobar ist jedoch nicht nur herzliche Mutter des Teams, sondern auch eine talentierte Choreographin. «Pobar ist eine Perfektionistin, Sie möchte das ‹Bild› ihrer Routine fleckenfrei und arbeitet hart an dem Programm. So wird unsere Show sensational», erzählt Mayo.

Natürlich steckt auch viel Training hinter der Präzision der Routine. Obwohl die Tänzerinnen des Marching Teams den Sport nur als Hobby verfolgen, trainieren sie jede Woche mindestens vier Stunden individuell. Dazu trifft sich die ganze Gruppe jedes zweite Wochenende in Wellington, wo sie sowohl Samstags wie auch Sonntags jeweils von 9 Uhr morgens bis 16.30 Uhr abends trainieren.

Die perfekte Abstimmung innerhalb des Teams dauert Monate. Ausdauer, Wille und Einsatz sind gefragt. «Pobar hat die Fähigkeit, die besten, technisch korrekten Drills und absolute Präzision aus dem Team herauszuholen», so Mayo.

Präzision im Gleichschritt

Diese detailversessene Arbeit brachte Lochiel internationale Bekanntheit. Am Basler Tattoo treten sie bereits zum dritten Mal auf. Nach den Jahren 2007 und 2012, sind sie nun ein weiteres Mal nach Basel zurückgekehrt.

Dieses Jahr begeistert Lochiel mit einer Routine geprägt von äusserster Präzision und Athletik, die zu Liedern aus ausgewählten Filmen aufgeführt wird. Die rot-karierten Miniröcke und das weisse Jacket verleihen dem Team einen anmutigen Anblick. Wer aber feinen, zarten Tanz erwartet, liegt falsch.

Die 22 Frauen marschieren im militärisch-eleganten Gleichschritt durch die Arena. Begleitet von der Band of the King’s Division und der Australian Army Band, zeigen die Frauen eine ausdrucksstarke Performance voller Power. «Das Gefühl, die Lochiel-Uniform anzuziehen und dann vor tausenden Zuschauern unser Heimatland und unseren Sport zu präsentieren, ist unbeschreiblich», erklärt Mayo.

Auch ausserhalb der Arena gefällt den Neuseeländerinnen der Aufenthalt in Basel. Trotz müden Füssen und langen Tagen, geniessen die Frauen die Abende am Rhein und in der Basler Altstadt. «Wir lieben die süssen, kleinen Gassen mit den Pflastersteinen am Boden», so Mayo. Aber auch die Basler haben es ihr angetan: «Die Menschen sind zudem so freundlich und an Sonntagen ist es so wunderbar ruhig». Nach Ende der Vorstellungen geht es für das Team jedoch zurück nach Wellington, wo die Arbeit wieder aufgenommen werden muss.