Die Art Basel und der Frauenstreik vom Freitag erhöhten vergangene Woche den Druck auf die Basler Verkehrs-Betriebe. «Der vergangene Freitag war ausserordentlich», bestätigt BVB-Sprecher Benjamin Schmid auf Anfrage.

Der Verkehr kollabierte mehrmals: tagsüber, wegen unbewilligten Streik-Aktionen, abends wegen der Menschenmenge. Zu gezielten Blockaden durch Teilnehmende der Kundgebung kam es am Morgen beim Spalentor und auch beim Bahnhof SBB. Zum weitreichenden Kollaps kam es am Abend im Bereich rund im die Innenstadt, als der Verkehr wegen des Aufmarschs von an die 40'000 Menschen umgeleitet werden musste.

Die Reinigung nach dem Streik

Es gelte, situativ zu reagieren und den Tramverkehr umzuleiten, sobald die Sicherheit von Personen nicht mehr gewährleistet werden kann. «In Absprache mit der Polizei haben die BVB deshalb am Abend entschieden, die Innenstadt bis Betriebsschluss nicht mehr zu befahren – insbesondere auch deshalb, weil die Gleise am Samstagmorgen vor Betriebsschluss noch gereinigt werden mussten, um wieder einen sicheren Betrieb gewährleisten zu können», sagt Schmid.

Am Freitag hinzugekommen sei die aktuelle Situation auf dem Tramnetz: So können die Trams wegen Bauarbeiten nicht am Bahnhof SBB wenden, ausserdem ist die Achse Wettsteinplatz bis Bahnhof SBB nur im Einspurbetrieb befahrbar. Zudem gebe es bis Ende 2020 keine Möglichkeit zum Abbiegen beim Bankverein in den St. Alban-Graben, sagt Schmid: «Diese fehlende Flexibilität erschwert die Umleitungsmöglichkeiten ebenfalls massgeblich.»

Art Basel und die Ressourcenschwäche

Bereits kritisiert wurde, dass am Pfingstmontag trotz den Previews der Art Basel Feiertagsfahrplan herrschte. Dies zu korrigieren, wurde laut BVB zwar in Betracht gezogen, angesichts der Personalsituation aber nicht umgesetzt. Während der Publikumstage an der Art gab es aber Zusatzkurse am Donnerstag und Freitag. Am Wochenende setzten die BVB einen verlängerten 7,5-Minuten-Takt auf der Linie 2 ein.

Dass Verspätungsmeldungen auf der elektronischen Fahrgastinformation während der Art nicht zusätzlich auf Englisch erfolgten, liege ebenfalls an eingeschränkten Ressourcen. Die BVB sei stets bemüht, die Fahrgäste auch während internationalen Messen «so gut wie möglich zu informieren», so Schmid weiter. Dafür seien auch Kundenlenker vor Ort, etwa am Messeplatz oder am Bahnhof SBB. «Es ist natürlich auch aus Sicht der BVB wünschenswert, dass diese Personen verschiedenen Sprachen mächtig sind – eine Bedingung ist das allerdings nicht», erläutert der Medienspreicher. «Wir sind aber überzeugt, dass sie ihr Bestes geben, den Fahrgästen zu helfen.»