Basel

Freakshow auf dem Claraplatz: Eine Installation mit Skandalpotenzial

Diese Szene wird im Kleinbasel zu sehen sein. Sie wirft die Frage auf, wie viel Berührung es geben darf zwischen Vater und Tochter.

Diese Szene wird im Kleinbasel zu sehen sein. Sie wirft die Frage auf, wie viel Berührung es geben darf zwischen Vater und Tochter.

Der holländische Künstler Dries Verhoeven zeigt im Kleinbasel ein provokatives Projekt: Er stellt in einem Glaskasten auf dem Claraplatz Menschen aus. Die Veranstalter wünschen sich kontroverse Diskussionen.

Ab dem 6. Juni werden auf dem Claraplatz im Kleinbasel zehn Tage lang Menschen in einem Glaskasten ausgestellt. Das berichtet die «Schweiz am Sonntag». Es handelt sich bei der Glasbox um eine Installation des niederländischen Künstlers Dries Verhoeven.

Mit seiner Arbeit zeigt Dries Verhoeven eigentlich alltägliche Themen auf ungewöhnliche Weise. Zum Beispiel wird in der Glas-Zelle an einem Tag ein Mann in Unterhosen sitzen, der ein Mädchen im Bikini auf dem Schoss hält. Es ist dem Betrachter überlassen, ob er darin ein Bild für die Liebe zwischen Vater und Tochter erkennt oder einen Hinweis auf die laufenden Debatten zum Thema Pädophilie.

An einem anderen Tag ist ein dunkelhäutiger Mann zu sehen, der mit einer Fussfessel angekettet ist - was als Verweis auf die Ausstellungen mit Menschen anderer Kulturen gelesen werden kann, die zum Beispiel im Basler Zoo bis 1935 stattfanden.

Auch die Themen Behinderung, Alter und Tod werden von Performern in Szene gesetzt.

Die Kunstaktion entstand im Auftrag des europäischen Theaternetzwerks «Performing Cities», zu dem die Kaserne Basel gehört. Auf den Claraplatz kommt die Arbeit während eines Themenschwerpunktes zum Thema öffentlicher Raum, den das Kulturhaus Kaserne veranstaltet und zu dem weitere Kunstaktionen und eine Tagung gehören. Da es sich um einen «künstlerisch überregional wertvollen Event» handle, hat der Kanton die Gebühren für den Standplatz auf dem Claraplatz erlassen, wie der Sprecher des Tiefbauamtes gegenüber der «Schweiz am Sonntag» sagt.

Verhoevens performative Installation mit dem Titel «Ceci n'est pas...» war bereits in Strassburg, Mülheim an der Ruhr, Poitiers und Utrecht zu Gast. Sie dürfte in Basel für Diskussionen sorgen - die sich die Veranstalter explizit wünschen.

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