Herr Frehner . . .

Sebastian Frehner: Sie wollen auch über diese Initiative reden?

Ja. Haben Sie nach dem ersten Schiffbruch noch nicht genug?

Das ist nicht richtig. Zwei Mitglieder sind nicht mehr im Initiativkomitee. Das ist alles.

Es ist kein Schiffbruch, von vorne zu beginnen?

Die Zusatzrunde hätten wir uns gerne erspart. Weil wir wollen, dass die Ausgetretenen nicht mehr erscheinen, haben wir die Initiative neu lanciert.

Ihre Kernthemen sind die Sicherheit und die Justiz. Warum engagieren Sie sich gegen Sexualkunde?

Meine Kernthemen sind die Finanzpolitik und die Sicherheit. Wichtig ist mir auch die Selbstverantwortung. In diesem Fall geht es um das Bestimmungsrecht der Eltern über die Sexualaufklärung ihrer Kinder.

Kinder kommen über Medien sowieso mit Sex in Kontakt. Sollten Sie dafür nicht gewappnet sein?

Absolut. Darum fordern wir Präventionsunterricht ab dem ersten Kindergartenjahr, um die Kinder zu schützen. Die Initiative sieht vor, dass Eltern freiwilligem Sexualkundeunterricht zustimmen können. Was wir nicht wollen, und das sollte jedem halbwegs intelligenten Individuum einleuchten, ist, dass Kinder mit Unterricht konfrontiert werden, der nicht stufengerecht ist.

Zum Beispiel?

Vierjährige sollen sich unter eine Decke legen, die anderen ertasten deren Körper. Wenn sie ein Geschlechtsteil berühren, müssen sie es benennen.

Wer die Nase erwischt, darf sie auch benennen.

Das ist richtig (lacht). Kinder dürfen auch ,dökterlen'. Aber wir wollen nicht, dass zum Beispiel für Kleinkinder Dinge als Lernziele definiert werden, die sie noch nicht wissen müssen, wie Hetero- und Homosexualität auseinander zu halten oder die beiden Sexualpraktiken als gleichwertig zu betrachten. Aber es gibt Unterschiede: Frühreifere wissen schon alles aus dem Netz, andere wissen weniger. Aber das ist die Sache der Eltern.

Wie wollen Sie Kinder vor Missbrauch schützen, ohne Sexualität zu thematisieren?

Das ist ein Graubereich, das ist klar. Wir wollen nicht prüde sein. Aber den Unterricht, den das Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz im Auftrag des Bundes vorschlägt, wollen wir nicht an Schweizer Kindern verwirklicht sehen.

Die Unterschiede zwischen Mami und Papi interessieren Kinder; einige kommen bereits mit 11 Jahren in die Pubertät. Warum sollen sich Kinder erst mit 12 im Biologieunterricht mit Sexualität befassen?

Damit wollen wir tendenziösen Sexualkundeunterricht verhindern. Als ich Kind war, hatten wir ungefähr in diesem Alter Biologieunterricht. Wir wussten schon viel und unsere Aufklärung war nicht verkorkst. Es ist nicht einsichtig, warum das anders werden soll, warum die Eltern nicht selber über diesen sehr privaten Bereich entscheiden sollen - mit Ausnahme der Prävention.

Wollen Sie das Thema Sexualität wirklich wieder dem Bravo-Dr. Sommer-Team überlassen?

Besser als Ideologen, die von Vierjährigen verlangen, Hetero- und Homosexualität als gleichwertig anzusehen.

Lesen Sie das ganze Interview in der heutigen bzBasel und bz Basellandschaftlichen Zeitung.