Über ein Jahr ist es her, seit der Kebab-Laden Sam’s Pizzaland unter dubiosen Umständen verschwand, Mietschulden in der Höhe von mehreren zehntausend Franken hinterliess und seine Türen schloss (die bz berichtete). Und immer noch steht das Gebäude an einer der meistfrequentierten Strassen Basels leer. Doch es tut sich etwas: «Wir hätten dies gerne früher gemacht, aber jetzt wird die Liegenschaft rückgebaut und ein neuer Mietvertrag ist unterschrieben», sagt Thomas Kraft, der die Immobilie verwaltet.

Um wen es sich beim neuen Mieter handelt, will er noch nicht bekannt geben. Ausgeschlossen ist aber offenbar, dass erneut ein Gastronomie-Betrieb in das Lokal zieht: «Wir hatten viele Interessenten aus dieser Branche, haben uns jedoch wegen der Wohnungen in den oberen Stockwerken des Hauses dagegen entschieden», so Kraft.

Die neue Mieterschaft würde aber definitiv Publikum von der Strasse ansprechen. Darüber freut sich auch Benny Zeuggin von der IG Kleinbasel: «Der Greifengasse täte ein Kunden-Magnet gut.» Dank Manor, Migros und dem Umbau des ehemaligen Möbel- Pfister-Gebäudes werde die Flaniermeile in der Kleinbasler Altstadt bei der Laufkundschaft immer beliebter, doch sei weiterhin Potenzial vorhanden.

Jetzt steht auch Kost Sport leer

Das findet auch Matthias Böhm, Präsident des Vereins Pro Innerstadt: «Für uns ist es immer gut, wenn der Mix vielfältiger wird.» Derzeit laufende Projekte rund um das Gestaltungskonzept Innenstadt versprächen aber Besserung: «Das wird Einiges auslösen», sagt Böhm. Die Aufwertung der Greifengasse ist Bestandteil der Projekte.

Derweil liegen auch im Grossbasel an bester Lage Verkaufsflächen brach. Das Statistische Amt Basel-Stadt wies im vergangenen Juni in einer Erhebung über 115 000 Quadratmeter ungenutzte Gewerbefläche aus. Bei den Wohnungen hingegen herrscht ein Tiefstand der Angebote wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Ein Blick auf ein Immobilienportal zeigt: Alleine in der Grossbasler Altstadt sind über 100 Gewerbe-Objekte verfügbar. Doch nicht alle freistehenden Gebäude sind zur Miete ausgeschrieben. Die Suche nach einer Lösung innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen verzögert manches Projekt. Zu diesen gehört auch die ehemalige Liegenschaft von Juwelier Urech an der Falknerstrasse. Das Gebäude ist seit rund eineinhalb Jahren unvermietet. «Ein komplexer Fall», sagt ein Branchenkenner, der nicht namentlich genannt werden will.

«An einem solchen Standort ist der Umgang mit einem Bauprojekt schwierig.» Das Haus sei zudem sanierungsbedürftig und die innerstädtischen Bauaktivitäten erforderten zahlreiche Verhandlungen mit Nachbarn und Behörden. Zu den prominentesten freien Mietobjekten in der Innenstadt gehört auch der ehemalige Sitz der Kost Sport AG. Das Sportgeschäft hat seinen Verkauf per Ende vergangenen Monats geschlossen. «Wir befinden uns in Verhandlungen mit möglichen Mietern, die die Immobilie übernehmen könnten», sagt Geschäftsleiter Michel Pompanin. Wer zu den Interessenten gehört und wie gross die Nachfrage ist, will er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.