Umgestaltung

Freie Strasse: Der Umbau zur Flaniermeile hat begonnen

Visualisierung der Neugestaltung der Freien Strasse in Basel.

Visualisierung der Neugestaltung der Freien Strasse in Basel.

Unter dem Motto «Unseri Freii Stroos» präsentiert der Kanton die Pläne der Neugestaltung der Einkaufsstrasse.

Die Bauarbeiten zur Erneuerung der Freien Strasse haben am Montagmorgen offiziell begonnen. Der Kanton Basel-Stadt, die IWB und Pro Innerstadt Basel gaben mit Pickel und Schaufel den Startschuss für das 16 Millionen Franken Projekt, das bis Ende 2023 die Freie Strasse und die angrenzenden Gassen in eine Flaniermeile umgestalten soll. Die Trottoirränder verschwinden und der Asphalt wird durch Platten aus Quarzsandstein ersetzt, sodass der Platz von Fussgängerinnen und Fussgängern ausgenutzt werden kann.

Der Dreizackbrunnen am Fuss des Münsterbergs verschiebt sich weiter in die Mitte und der Baum bei der Bäumleingasse soll als «Platzbaum» als Sitzgelegenheit dienen. «Ein zeitgemässes Gewand für die wichtigste Einkaufsmeile von Basel», fasste Matthias Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt Basel, die Neugestaltung der Strasse zusammen.

Historischer Meilenstein für Kanton und IWB

Ebenfalls am Spatenstich anwesend war Regierungsrat Hans-Peter Wessels. «Dieses Projekt hat einen historischen Charakter», so der Baudirektor zu Beginn seines Redebeitrags. Bereits vor dreissig Jahren habe sein Vorvorgänger Christoph Stutz die Umgestaltung der Strasse in den Grossen Rat gebracht. Dieser Vorschlag wurde damals zurückgewiesen sowie auch der wiederholte Versuch von Barbara Schneider im Jahr 2002. Genehmigt wurde das Projekt erst als konkretes Gesamtkonzept Innenstadt.

Nicht nur Wessels sieht die Umgestaltung der Freien Strasse als wichtigen Meilenstein, sondern auch Markus Balmer, Leiter des Vertriebs bei der IWB: Er beschreibt das Projekt als «grosse und wichtige Wegmarke für die Wärmeversorgung von Basel». Denn der eigentliche Grund für das dreijährige Projekt ist nicht die Neugestaltung der Strasse, sondern die Sanierung der unterirdischen Werkleitung und Beleuchtung. Das neue Energiegesetz von 2017 verpflichtet die Wärmeenergie zum Umdenken: 80 Prozent der Wärmeversorgung soll Co2 neutral produziert werden. Die Gasheizungen werden somit durch Fernwärme ersetzt.

Notwendigkeit aufgrund Online-Handel und Corona

Neben den Sanierungsarbeiten der Werkleitung ist die neue Ästhetik der Freien Strasse laut Wessels nur das «Oberflächen-Finish». Diese Umgestaltung reagiere jedoch auf die neuen Rahmenbedingungen, die der wachsende Online-Handel hervorbringt. Durch das Verschwinden der Trottoirränder kann sich die Gastronomie bis auf die Strasse ausbreiten, was zur Folge hat, dass die Strasse anders bespielt werden kann. Ausserdem sei eine solche Investition durch den coronabedingten wirtschaftlichen Druck für die Unterstützung der Geschäfte wichtig und würde ebenfalls die Baugeschäfte beschäftigen, sagt Wessels.

Um den Geschäftsgang der Läden nicht allzu sehr zu beeinflussen, wird das Bauprojekt in fünf Etappen durchgeführt – angefangen beim Bankverein bis hin zum Marktplatz. Die erste Etappe wird bis zur Barfüssergasse reichen, wobei kleinere Arbeiten wie die Verschiebung des Dreizackbrunnens in den kommenden Wochen vorbereitet werden. Die Baustelle solle aber ein bisschen anders werden, sagt Böhm. Er meint damit, dass die Unannehmlichkeiten der Bauarbeiten etwa durch kleinere Events und Einblicke in die unterirdischen Leitungen in den Hintergrund rücken sollen.

2023 soll das Projekt fertig sein. Ein Zeitfenster, das sich aufgrund archäologischer Funde durchaus verschieben und verlängern kann – eine Erfahrung, die der Kanton etwa beim Bau des neuen Kunstmuseum-Parkings machte.

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