Basel
Freie Strasse und Tramlinie aufs Bruderholz: Kein Baustellenstopp trotz Corona

Gebaut wird in der Freien Strasse schon seit vergangenem Sommer. Doch nun kriegt die Haupteinkaufsstrasse von Basel endlich ihr neues Gesicht. Nächste Woche werden die ersten Platten Alpnacher Quarzsandstein verlegt – der Bodenbelag für das Mammutprojekt der Innenstadt-Transformation.

Jonas Hoskyn
Drucken
Teilen
Achtung Baustelle: In der Freien Strasse wird ab Montag der neue Bodenbelag verlegt.

Achtung Baustelle: In der Freien Strasse wird ab Montag der neue Bodenbelag verlegt.

Roland Schmid

Der Wegfall der Trottoirs lade künftig ein zum ungehinderten Schlendern auf der gesamten Breite der Freien Strasse, so Kantonsingenieur Roger Reinauer gestern an einer Medienkonferenz. Der erste Teil der Umgestaltung der Freien Strasse in eine Flaniermeile soll im April abgeschlossen sein. Die übrigen vier Etappen werden nach und nach in den nächsten drei Jahren durchgeführt.

BVB wollen Sanierungsstau bei alten Gleisen abarbeiten

Die Freie Strasse ist zwar die prominenteste, aber nicht die komplexeste Baustelle im neuen Jahr. Die grösste Herausforderung dürfte die Erneuerung der Tramstrecke Bruderholz werden. Zwischen Juni bis Mitte 2022 werden auf einer Strecke von rund 2,5 Kilometern die Gleise und Fahrleitungen ersetzt – zuerst in der Wolfsschlucht und Bruderholzstrasse. Zudem werden sieben Haltestellen behindertengerecht umgebaut.

Von Juni bis November können deshalb die Tramlinien 15 und 16 nicht über das Bruderholz fahren – es verkehren Ersatzbusse. Das Problem: Das entsprechende Plangenehmigungsverfahren läuft noch und es ist aktuell noch nicht sicher, ob das gesamte Projekt oder nur Teile davon umgesetzt werden können, so die Verantwortlichen.

Ende 2021 wollen die BVB dann endlich ihr langjähriges Problem der aufgeschobenen Gleissanierungen abgearbeitet haben. Entsprechend wird dieses Jahr für das ÖV-Unternehmen nochmals teuer zu Buche schlagen: 43 Millionen Franken sind für Bauarbeiten verplant. Das Beispiel des Sanierungsstaus bei den Gleisen nutzte Reinauer denn auch gleich als Beispiel mit Blick auf die aktuelle Pandemie: «Basel kann es sich nicht leisten, die Infrastruktur nicht zu erneuern.» Kanton, BVB und IWB versuchen jeweils, ihre Bauprojekte so gut wie möglich zu koordinieren.

Ersetzt werden müssen unter anderem auch die Gleiskreuzungen auf der Kleinbasler Seite der Dreirosenbrücke. Der Trambetrieb soll während der Bauarbeiten aber fortgesetzt werden. Einschränkungen sind nur kurze Zeit und für einzelne Linien geplant.

Auch in der Burgfelderstrasse, Missionsstrasse und der Spalenvorstadt müssen zwischen April und Juli veraltete Gleise ausgetauscht werden. Das Problem: Die jetzigen Bauarbeiten sind nur eine Überbrückungsmassnahme. In naher Zukunft soll diese Achse umgestaltet werden, sprich innert weniger Jahre werden Burgfelder- und Missionsstrasse gleich zwei Mal zur Baustelle. Der Plan, Gleis­sanierungen und Umbau zusammen zu legen, scheiterte an den unterschiedlichen politischen Begehrlichkeiten.

Die St.Alban-Vorstadt wird zur Begegnungszone

Ab Mai wird der Bereich um die Tram- und Bushaltestelle Margarethen und den Margarethenstich erneuert. Strasse, Tramgleise und unterirdische Leitungen müssen saniert werden. Von September bis Oktober verkehren Busse statt Trams.

Im Herbst startet dann auch eine Umgestaltung, die für viel Diskussionen sorgte. Die neue Begegnungszone in der St.Alban-Vorstadt ohne Trottoirs nach dem Gestaltungskonzept Innenstadt wurde vor einem Jahr hauchdünn an der Urne angenommen. Im Herbst fahren dort für 15 Monate die Bagger auf: Anschliessend gilt Tempo 20 und Fussgängervortritt.

Parallel zu den neu eröffneten Baustellen informierten die Verantwortlichen auch über die bereits laufenden Grossprojekte: So etwa die Umgestaltung des Gundeli-Viertelkreis, bei dem das Tiefbauamt vor einem Monat mitteilen musste, dass sich die Bauarbeiten um ein halbes Jahr verlängern, weil mehr Leitungen erneuert werden als geplant. Die Bauarbeiten dauern nun bis ins 2022 an.

Bei einzelnen Bauprojekten seien gröbere Einschränkungen für Auto- und Velofahrende notwendig, so Reinauer: Der Bus-, Auto- und Veloverkehr zwischen Zwinglihaus und Viertelkreis bleibt bis Ende 2022 weiterhin umgeleitet. Zudem haben dringende Gleissanierungen in der Burgfelderstrasse, Missionsstrasse und Spalenvorstadt auf dieser Achse Umleitungen in Richtung Frankreich zur Folge. Und in den Sommerferien wird aufgrund der Erneuerung Geviert Wettsteinallee/Grenz­acherstrasse die Wettsteinallee zwischen Peter Rot-Strasse und Schwarzwaldstrasse in beide Richtungen gesperrt.