Strafgericht

Freispruch für an Kaphaltestelle gestürzten Velofahrer

VCS setzt sich für Velofahrer ein. (Archivbild)

VCS setzt sich für Velofahrer ein. (Archivbild)

Das Strafgericht Basel-Stadt hat gestern einen Velofahrer freigesprochen, der im Juli 2019 an der Kaphaltestelle Kirschgarten in die Tramschiene geriet und stürzte. Der VCS beider Basel stellt nun die Praxis der Polizei und Staatsanwaltschaft in Frage, solche Unfälle mit Strafbefehlen zu verfolgen.

Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt scheint bei solchen Unfällen vorschnell Strafbefehle zu erteilen, obwohl sie, wie im aktuellen Fall, die Verletzung der Verkehrsregeln nicht beweisen kann, sagt der VCS in einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Im vorliegenden Fall warf sie dem Velofahrer «Nichtbeherrschung des Fahrzeugs» (Art. 31 Abs. 1 SVG) vor. Der Angeschuldigte und danach auch das Strafgericht sahen dafür aber keine Beweise. Das Gericht entschied deshalb auf Freispruch. Das Urteil des Strafgerichts kann von der Staatsanwaltschaft noch innert 10 Tagen weitergezogen werden.

Der Velofahrer fuhr letzten Juli vom Bahnhof SBB her die Elisabethenstrasse hinab und wollte bei der Kaphaltestelle Kirschgarten die rechte Tramschiene überqueren. Dabei geriet sein Vorderrad in die Rille. Er stürzte, verletzte sich aber nur leicht. Dieser Unfall und der damit verbundene Strafbefehl dürften nicht die einzigen gewesen sein. Immer wieder gibt es Berichte über derartige Stürze, ist sich der VCS sicher. Der Handlungsbedarf sei also klar.

Erhöhte Haltekanten als Verbesserung

Für den VCS beider Basel ist klar, dass die neuen erhöhten Haltekanten eine grosse Verbesserung für mobilitätseingeschränkte Personen, Passagiere mit Gepäck, Kinder und für den schnellen Fahrgastwechsel sind. Dies dürfe nicht aufgegeben werden. Gleichzeitig müssen die Nachteile für Velofahrende klein bleiben.

Eine Lösung an Stellen wie diesen sind gummigefüllte, velofreundliche Tramschienen, die in Zusammenarbeit mit dem Kanton und den BVB letzten November getestet wurden. Damit lässt sich die Sicherheit beim Überfahren der Gleise gewährleisten, wie der Test gezeigt hat. Damit einhergehen sollten Markierungen der Fahrbahn oder eine geeignete Signalisation.

Der VCS beider Basel fordert weiterhin, künftig zu bestellende Trams mit Schiebetritten auszurüsten und auch die aktuelle Flotte damit zu versehen. Damit könnte ein grösserer Abstand zwischen Tramschiene und Haltekante gewährt und somit das Überqueren der Schienen unnötig werden.

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