Tag der Arbeit
Friedliche Demonstration und Levrat als Hauptredner

Rund 1200 Personen haben am Sonntagmorgen an der 1.- Mai-Demonstration der Gewerkschaften in Basel teilgenommen. Das zentrale Thema war im Wahljahr klassisch: eine solidarischere Schweiz. Die Demo verlief ohne Zwischenfälle.

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Tag der Arbeit: Demonstrationsumzug in Basl

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Die Demo zog mit vielen Fahnen und Transparenten sowie Gesängen, Trommeln und Handorgeln vom Messe- zum Marktplatz und behinderte dabei kurz den Verkehr. Vermummte waren keine dabei - ausser auf der Mittleren Brücke, wo sich zwei junge Männer mit Kapuzenpulli, Schal und Pyrofackeln für Fotografen kurz in Szene setzten.

Mit vielen Frauen, Kindern und Älteren herrschte im Demozug eine ausgesprochen friedliche Stimmung. Auf dem Marktplatz fand die traditionelle Kundgebung statt, an der SP-Schweiz-Präsident Christian Levrat als Hauptredner auftrat. Er hielt im Wesentlichen dieselbe Rede, die er bereits am Vortag in Brugg gehalten hatte.

Sozialer Zusammenhalt in Gefahr

Levrat ermahnte die Parteien, ihre Wählerschaft statt ihre Geldgeber zu unterstützen. Sonst sei der soziale Zusammenhalt in Gefahr, welcher die Schweizer Gesellschaft trägt. Von den sehr guten Wirtschaftsdaten der Schweiz profitiere nur eine kleine Minderheit, während das Volk angelogen und abgezockt werde.

Der SPS-Präsident listete die linken Hauptforderungen auf: anständige Löhne, ein zahlbare Krankenversicherung, eine sichere Energieversorgung ohne Atomstrom und bezahlbaren Wohnraum. Das Wahljahr sei eine Chance, die Weichen für das Volk statt der Spekulanten richtig zu stellen.

Nach der Kundgebung vor der Kulisse des Basler Rathauses gab es ein Fest auf dem nahen Barfüsserplatz. Neben kulinarischen Angeboten aus Migranten-Herkunftsländern reichte dort die Palette auf der Bühne von ausländischer Folklore bis zu lokaler Popmusik.

Leutenegger-Oberholzer in Liestal

Wer in Basel noch nicht genug vom Arbeiterfeiertag hatte, konnte die Kundgebung in Liestal besuchen. Dort forderte die Baselbieter SP- Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer laut Redetext soziale Antworten auf drängende Fragen statt fremdenfeindliche Sprüche.

Sie geisselte die sich immer weiter öffnende Lohnschere und den zunehmenden Sozialabbau in der Schweiz. Soeben aus Tschernobyl zurückgekommen, plädierte Leutenegger Oberholzer zudem für den Atomausstieg und die verstärkte Förderung erneuerbarer Energien. Diese schafften viele neue Stellen in der Schweiz.