Für Aussenstehende ist der Streit zwischen der GGG und den Robi-Spiel-Aktionen kaum nachvollziehbar. Beide sind seit langem als gemeinnützige Organisationen in der Region bekannt und eng miteinander verbunden. Die GGG stellt alle drei Mitglieder im Verein Robi-Spiel-Aktionen und steuert jährlich 100'000 Franken ans Budget bei.

Doch aktuell ist das Verhältnis zwischen den beiden Organisationen mehr als angespannt. «Die Fronten sind völlig verhärtet», sagt ein Mitarbeiter der Robi-Spiel-Aktionen. Ausgebrochen ist der Streit, als der Verein, der bekannt ist für seine Tagesstrukturen und die offene Jugendarbeit, vorletztes Jahr finanziell in Schieflage geriet. Die Verantwortlichen hatten sich verkalkuliert. Unter dem Strich resultierte ein Defizit von über 100'000 Franken. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass auf der Haben-Seite eine halbe Million Franken verrechnet wurde, die nicht werthaltig ist.

Faktisch ist der Verein damit massiv überschuldet. In der Folge übernahm die GGG das Ruder. Geschäftsführer Andreas Hanslin, der die Robi-Spiel-Aktionen über 30 Jahre lang auf- und ausgebaut hat, wurde zurückgestuft. Und reagierte prompt mit der Kündigung. Daraufhin gingen die Mitarbeiter auf die Barrikaden und kündigten an, dass sie für eine weitere Zusammenarbeit keine Perspektive mehr sehen würden. Stattdessen möchten sie den Verein von der GGG lösen und für weitere Mitglieder öffnen.

GGG greift tief in die Kasse

Vor einem Monat hat die bz die Probleme publik gemacht. Seitdem hat sich der Streit weiter zugespitzt. Zu einer grossen Aussprache erschienen rund 150 Mitarbeiter der Robi-Spiel-Aktionen schwarz gekleidet wie zu einer Beerdigung und überreichten Hanslin schweigend Blumen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, starteten die Mitarbeiter letzte Woche eine Petition. Sofort wurden sie von der GGG zurückgepfiffen. Es sei nicht zulässig, im Namen des Vereins Unterschriften zu sammeln.

Seit dieser Woche hat bei den Robi-Spiel-Aktionen ein von der GGG eingesetzter interimistischer Geschäftsführer übernommen. Mandatiert wurde der Projektmanager Christof Biedermann. Dem Vernehmen nach hat er als erstes allen Mitarbeitenden den Tarif durchgegeben. Diese machen bisher die Faust im Sack. Die Übergangslösung hat sich die GGG Einiges kosten lassen. Die Rede ist von einem sechsstelligen Betrag. Und auch das Finanz-Loch bei den Robi-Spiel-Aktionen will die GGG stopfen. «Wir werden Rückstellungen machen», bestätigt GGG-Geschäftsführer Dieter Erb.

Alles zusammengerechnet dürfte die Krise die GGG rund eine Million Franken kosten. «Wir können uns schlichtweg nicht erlauben, dass das Schiff noch mehr kippt. Es geht um relativ viel», sagt Erb. Im April will die GGG mit der CMS und dem Erziehungsdepartement, welche die Robi-Spiel-Aktionen ebenfalls finanziell unterstützen, Gespräche über das weitere Vorgehen führen.

Mitarbeiter wehren sich

Bei den Robi-Spiel-Aktionen dagegen stehen die Mitarbeiter dem Hilfsangebot ablehnend gegenüber. Sie sehen darin in erster Linie einen Übernahmeversuch. Tatsächlich gibt es bei den GGG Überlegungen, die Robi-Spiel-Aktionen ganz zu integrieren. Offen ist die Frage, wie die Jugendarbeiter das Finanzloch stopfen wollen. Einerseits kursieren eher unbeholfene Ideen wie ein Kuchenverkauf oder ein Sponsorenlauf. Andererseits soll es ein Angebot eines privaten Darlehens geben. Dies allerdings unter der Bedingung, dass die Vereinsstrukturen geändert werden und die Robi-Spiel-Aktionen von der GGG unabhängig werden.