Seit einer Woche ist der «blaue Dunst» aus den Basler Fumoirs verschwunden. Dies, nachdem der Raucherverein «Fümoar» seine Mitglieder dazu anhielt, das geltende Rauchverbot per 1. August zu akzeptieren. «Wir sind anständig und bleiben anständig», lautete der Tenor an der ausserordentlichen Generalversammlung vom letzten Dienstag.

Grund dafür war das Urteil des Bundesgerichts, welches in letzter Instanz entschied, dass der Verein nicht rechtmässig ist. Viele der Fümoar-Beizen befürchten jedoch, dass bis dahin der Umsatz durch das Verbot einbricht.

Doch wie steht es denn nun mit dem Einhalten des Gesetzes? Rauchen nun wirklich alle draussen oder drückt man manchmal auch ein Auge zu? «Nein, an das Verbot müssen sich alle halten», sagt Wendelin Mahrer. Er betreibt das Restaurant zum Schiefen Eck am Claraplatz. Eines der 170 Lokale in welchem das Rauchen noch bis vor kurzem erlaubt war. «Etwas anderes bleibt uns auch nicht übrig», sagt er und lacht.

«Dank dem schönen Wetter ist es schwer abzuschätzen wie sehr uns das Verbot schadet», bilanziert Wendelin Mahrer nun nach einer Woche Rauchverbot. Für die Raucher sei es im Moment noch kein Problem, da man auf die Terrasse ausweichen könne. «Ein Problem gibt es wohl erst, wenn die Temperaturen sinken», vermutet Mahrer.

Ob ihr Café die nächsten Jahre bis zur geplanten Volksinitiative überlebt, weiss Svetlana Joldic vom Café Cappuccino nicht. «Ich leide extrem unter dem strengen Rauchverbot», erzählt sie.

«Bis um 22 Uhr ist meine Terrasse voll und das Geschäft läuft. Sobald ich aber die Terrasse wegen der Polizeistunde schliessen muss, gehen alle nach Hause», klagt Joldic. «Früher blieben die Gäste bis um zwei Uhr in der Früh, rauchten noch eine Zigarette und tranken ein Bier. Es ist unglaublich, was da abgeht. Meine einzige Hoffnung ist diese Initiative. Dank ihr könnte ich überleben», ist Joldic überzeugt.

Kaum Gäste bei Regen

Ähnliche Erfahrungen hat man bisher auch im Café Breite gemacht. «Einen ersten Eindruck erhielten wir letzte Woche, als es einen ganzen Tag lang regnete. An diesem Tag lief das Geschäft sehr schlecht. Wir hatten kaum Gäste», erzählt der Geschäftsführer Ali Koca. Bis jetzt sei es aber aufgrund des Wetters schwierig abzuschätzen, inwiefern man vom Verbot betroffen sei.

«Interessant wird es im Winter, dann können wir genaueres sagen. Wir erwarten aber sehr hohe Einbussen», so Koca. Auch im Restaurant Holzschopf an der Clarastrasse ist man über das Verbot überhaupt nicht erfreut. Man habe bereits in dieser einen Woche bemerkt, wie stark man von dem Verbot betroffen sei, sagen die Verantwortlichen. Zudem gebe es viele Gäste, die auf das Verbot mit Unverständnis reagieren und gerne weiterhin in «ihrer Beiz» ihrem Zigaretten-Genuss frönen möchten.

Mischt man sich unter die Raucher, so fällt das Verdikt mehr oder weniger eindeutig aus. Zwar finden sich die einen mit der neuen Regelung ab, andere wiederum betiteln das Verbot als einen «absoluten Blödsinn». Einverstanden mit der neuen Regelung ist jedoch niemand.