Stadtentwicklung

Fünf oder zehn Jahre mehr am Hafen? Kanton spielt auf Zeit, Shift Mode profitiert

Shift Mode freut sich auf bis zu zehn weitere Jahre Zwischennutzung, weil der Kanton mit Verspätungen rechnet. Die Verlängerung der Nutzung bis 2024 oder sogar 2029 soll mögliche Differenzen bei der Planung von Basel Nord abfedern.

Der Verein Shift Mode darf das Ex-Migrol-Areal im Basler Hafen ab 2019 bis zu zehn Jahre länger nutzen. Das teilte die Basler Regierung am Dienstag mit. Die ursprüngliche Verlängerung um fünf Jahre bis 2024 wurde vom Kanton grosszügig mit einer Option auf Verlängerung bis 2029 ergänzt. Das sind doppelt so viele Jahre wie bis anhin. Und deutlich mehr als auf dem benachbarten Ex-Esso-Areal, wo die Zwischennutzer von I_Land noch bis Ende 2021 bleiben dürfen.

Allerdings handelt es sich bei Shift Mode nur um eine Option, die der Kanton nutzen will, wenn die Planungen für die nachfolgende Nutzung ins Straucheln geraten, wie Roland Frank, Leiter Stadtteilentwicklung, auf Anfrage der bz sagt. Vorgesehen ist nach wie vor, dass die Gesamtentwicklung Basel Nord bis 2024 ausreichend vorangeschritten ist. «Da solche Prozesse aber Ungewissheiten beinhalten, wurde die entsprechende Option formuliert», so Frank. Ist der Kanton also auch in fünf Jahren noch nicht weit genug, erspielt sich die Regierung mit der neuen Regelung gleich nochmals fünf Jahre Zeit. An der Arealentwicklung beteiligt sind seitens Regierung nicht nur das Präsidialdepartement, sondern auch das Bau- und Verkehrsdepartement sowie das Finanzdepartement.

Mehr Sicherheit statt Unsicherheit

Fünf oder zehn Jahre – das ist ein wesentlicher Unterschied. Doch den Verein Shift Mode freuts. Was andere als Unsicherheit einstufen würden, sei für den Verein eine ungemeine Sicherheit, so Katja Reichenstein von Shift Mode. Die finanzielle Situation sei im Fall beider Optionen gesichert, wichtig sei, dass es nun vorwärtsgehen könne.

Sie blickt derweil zuversichtlich in die Zukunft. «Auch weil die Vergangenheit sehr lehrreich war, wir durften dieses Areal schliesslich von Grund auf neu erschliessen.» Besonders Lärmklagen der Nachbarn begleiteten das Zwischennutzungsprojekt. Dennoch hält der Kanton nach wie vor am Verein als Betreiber des Areals fest. Wie Frank sagt, sei der Kanton mit der Arbeit von Shift Mode zufrieden. Zudem habe sich zwischenzeitlich auch niemand anderes für das Areal beworben.

Irisches Boot für Kultur und gegen Lärmklagen

Mit den Lärmklagen jedenfalls soll bald Schluss sein: Der Verein schafft ein Leuchtturm-Schiff aus Irland an, das auf dem Trockenen platziert wird. Das Schiff soll auf einer Arealfläche von 1000 Quadratmetern als Kulturraum dienen, «aber definitiv nicht für Partys», wie Reichenstein festhält. Damit gehe ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, gedeckte Veranstaltungen durchzuführen und gleichzeitig den Lärm einzudämmen. Die Nachbarn würden die Anschaffung explizit begrüssen.

Das Schiff wird zwar dieses Jahr angeliefert, aber frühestens Ende Jahr betriebsbereit sein. Da es nie über einen Motor verfügt hatte, sei eine entsprechende Umnutzung des Gefährts auch einfacher möglich.

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