Zuschüsse

Für altersgerechtes Wohnen – Basler SP entdeckt die Senioren

Die SP setzt einen neuen Schwerpunkt in der Alterspolitik. (Symbolbild)

Die SP setzt einen neuen Schwerpunkt in der Alterspolitik. (Symbolbild)

Die Sozialdemokraten fordern in einem Positionspapier Zuschüsse an Umbauten für altersgerechtes Wohnen.

Basel-Stadt ist alt. Er ist der Kanton mit der durchschnittlich ältesten Bevölkerung in einem Land mit einer der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Entsprechend gross ist die Zielgruppe für diese Avance der Basler Sozialdemokraten: Die SP setzt einen neuen Schwerpunkt in der Alterspolitik. Die Partei hat dazu ein Grundlagenpapier verfasst, es liegt der «Schweiz am Wochenende» vor.

Verantwortlich dafür zeichnet sich Grossrätin und Gesundheitskommissionspräsidentin Sarah Wyss. Sie sagt: «Der Kanton führt seit Jahren keine ganzheitliche Alterspolitik mehr. Die neuen Leitlinien sind ein Hohn.» Es ist die Reaktion auf eine Vernehmlassung der Regierung in diesem Themenfeld. Das Gesundheitsdepartement will seine Leitlinien zu einer gesamtheitlichen Alterspolitik erneuern. Nun legt die SP ihrerseits ein Positionspapier vor.

Die ganz grossen Überraschungen finden sich nicht im etwas mehr als zwanzig Seiten starken Dokument. Im Gegensatz zum Vorschlag des Gesundheitsdepartements nimmt das Thema Wohnen viel Raum ein. «Betreutes und hindernisfreies Wohnen wird für die Autonomie betagter Menschen immer wichtiger», heisst es im Papier. Das sei ein Widerspruch dazu, dass viele Wohnungen nicht altersgerecht gebaut seien.

Die SP fordert entsprechend mehr Mittel für das sichere Wohnen im Alter. Und meint damit konkrete Beiträge an Umbauten aber auch mehr Vergütungen zur Betreuung über Ergänzungsleistungen.

Basler Genossen rütteln an der Spitex

Darüber hinaus will Wyss am Modell der zahlreichen privaten Spitex-Organisationen rütteln und stattdessen die Betreuung im Alter in den Service public integrieren. «Es muss ein Paradigmenwechsel – weg von einer stark segmentierten Versorgung hin zu einer flexiblen, integrierten und bedürfnisorientierten Versorgung – vorangetrieben werden.» Dazu soll das Gesundheitsdepartement ein Pilotprojekt lancieren, das eine «Caring-Community» zum Ziel hat.

So radikal das klingen kann, so unkonkret zeichnet das Positionspapier dessen Umsetzung. Auch was eine Caring-Community ist, wird nicht weiter ausgeführt.

Das letzte Kapitel des Grundlagenpapiers markiert die Altersarmut respektive deren Prävention. «Es ist eine Tatsache, dass bei vielen Rentnerinnen und Rentnern die fixen Lebenskosten wie Miete, Krankenkasse und Steuern einen grossen Teil des Einkommens auffressen», schreibt Wyss. Dies hätte zur Folge, dass sich die ältere Bevölkerung zurückziehe. Die SP will deshalb die Betreuungsarbeit in Sozialbeiträgen berücksichtigen, mehr Mittel zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit über 50 und verlangt schliesslich – als letzten Punkt in der Liste – die Einführung eines Mindestlohns für alle.
Benjamin Rosch

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