Futter ist nicht gleich Futter. Das wissen wir Menschen und das wissen natürlich auch die Tiere. Besonders sensibel sind die Flamingos. Schon die Art und Weise, wie sie die Nahrung aus dem Wasser zu sich nehmen, ist speziell. «Mit dem leicht geöffneten Schnabel gehen sie unter Wasser und saugen das Wasser an. Der Sog ist so stark, dass dabei kleine Wellen entstehen», erklärt Zootierarzt Christian Wenker. Als Tierarzt ist er neben der ärztlichen Versorgung auch für die optimale Ernährung der Tiere zuständig. Der Vorderteil des hakenförmigen Schnabels kommt im Wasser parallel zum Gewässergrund zu liegen. Bei fast geschlossenem Schnabel gleitet die Zunge dann nach vorn und presst das Wasser durch die feinen Lamellen, mit denen der Ober- und Unterschnabel auf der Innenseite besetzt sind. Dabei bleiben die Beuteorganismen im Filterapparat hängen, während das Wasser nach aussen abfliesst. Dies ist in der Vogelwelt eine einmalige Art der Nahrungsaufnahme.

Spezielle Wintermischung

Über viele Jahre hinweg wurde die Ernährung der Flamingos im Basler Zolli erforscht. Früher musste das Futter aus 14 Komponenten aufwendig gemischt werden. Diese Futtermischung sank im Wasser zu Boden und konnte sich so nicht genügend verteilen. «Oftmals kamen nur die stärksten Tiere ans Futter», sagt Wenker. Auch war es verantwortlich für Missbildungen an den Beinen von einzelnen Jungtieren. Mit den heute künstlich produzierten Schwimmpellets könne die Nahrungsverteilung optimaler gestaltet werden. 6,5 Tonnen fressen die Flamingos von den kleinen Körnern im Jahr. Hergestellt werden die Komponenten von zwei Firmen aus der Region. Ein essentieller Bestandteil davon ist das Karotin, welches für die Rosafärbung der Flamingos verantwortlich ist. In der Natur enthalten unter anderem Krebse, welche die Flamingos fressen, diesen Farbstoff. Die Zusammensetzung der Nahrung ist aber nicht durchs ganze Jahr hinweg gleich. «Im Winter wird ein Erhaltungsfutter gereicht, im Sommerhalbjahr ein Zuchtfutter, das mit einem höheren Eiweissgehalt die speziellen Bedürfnisse bei der Brut und Kükenaufzucht deckt.

Ein Turm, der wärmt

Wenn die Temperaturen sinken, stellen die Zoobesucher immer wieder die gleiche Frage: «Haben die Tiere nicht kalt?» «Nein», stellt Zoopädagogin und Kinderzoo-Kuratorin Kathrin Rapp klar. «Entscheidend ist nicht das Klima, sondern wie gut die Tiere sich an dieses anpassen.» Dabei haben die verschiedenen Tiere die unterschiedlichsten Mechanismen und sogar auch kleine Tricks. Die Rentiere sind die Kälte gewohnt. Sie haben unter dem Fell ein «Unterhemd» aus besonders dichten und kurzen Wollhaaren. Ihre Deckhaare sind hohl, sodass sich die Luft darin einschliesst und so die Wärmedämmung verbessert. Die Heidschnucken-Schafe haben unter ihrem Fell eine dichte Unterwolle, die gegen Kälte isoliert. Kein dickes Fell zur Hilfe nehmen können die kleinen Schweinchen, die Minipigs. Besonders wärmebedürftig sind dabei die jungen Ferkel. Die aktuell elf Jungtiere im Zolli kuscheln sich ins Stroh und bilden dort einen Turm, indem sie sich aufeinander stapeln. Wird es dem obersten Ferkel zu kalt, klettert es nach unten und zwängt sich unter die anderen an die wärmste Stelle.