Mit dem Beginn der Sommerferien beginnt für die Stadtreinigung alles andere als eine ruhige Phase. Seit gestern geht es nämlich den Schmierereien an Basels Mauern und Wänden an die Farbpigmente. Die Kantons- und Stadtentwicklung startete mit der Stadtreinigung sowie Anwohnern und Partnern aus der Wirtschaft ihre dritte integrale Reinigungsaktion unter dem Titel «Basel – unverschmiert schön» seit den Erfolgen grossflächiger Putzaktionen an der Elisabethenstrasse (September 2010) und der Falknerstrasse .

Die Aktion umfasst einen bis zum 22. Juli andauernden Feldzug gegen die Graffiti, die das Stadtbild zwischen Freier Strasse und Claraplatz in Mitleidenschaft ziehen. Ohne die erspriessliche Zusammenarbeit der Stadt mit ihren Partnern wäre die Aktion, die Teil des städtischen Verschönerungsprojekts «Welcome» ist, zum Scheitern verurteilt. Darum ist jeder Liegenschaftseigentümer für den Pauschalbetrag von 100 Franken dabei, der Rest wird durch Subventionen des Kantons gedeckt. Über 600 Schmierereien wurden so innerhalb eines Jahres entfernt.

«Aber nur zu putzen macht wenig Sinn – wir wollen Nachhaltigkeit», erklärt Projektleiter Andreas Pecnik. Das bedeutet vor allem Schnelligkeit: «Schnelligkeit ist das Erfolgsrezept schlechthin.» Wo nämlich ständig weggeputzt würde, so Pecnik, da verginge den Unholden auch die Lust am Schmieren. Das Ziel der Stadt ist es, neue Krakeleien innerhalb von 48 Stunden zu beseitigen. Ein ambitiöses Ziel, wie Pecnik zugibt – aber auch eins, das grosse Erfolge verbucht.

Unnachgiebiges Wegputzen

Rund eine Million Franken lässt sich die Stadt die Entfernung von Graffitis, Tags und Stickern jährlich kosten. Das sei deutlich weniger als etwa Zürich oder Genf, freut sich der Projektleiter. Auch dieser Erfolg sei dem Umstand zuzuschreiben, dass das wiederholte und unnachgiebige Wegputzen die Lust am Sprayen nimmt. «Und nicht zuletzt ist das Sicherheitsempfinden dort viel höher, wo die Wände sauber sind», sagt Pecnik.

Die gereinigten Betonflächen werden mit einem speziellen Lack versiegelt. Das ist farbabweisend und ermöglicht eine einfachere Entfernung neuerlichen Geschmieres. Um heute eine Betonwand zu säubern, benötigen die Reinigungskräfte Entlacker, zehn Minuten Einwirkzeit und 80 Grad heisses Wasser, das die Farbe mit Hochdruck entfernt. Die Reinigung versiegelter Flächen bedarf einzig noch des Wassers.

Wenn Rolf Märki, Leiter der städtischen Sprayereien-Entfernung davon spricht, spricht er auch von Zauberei. Besonders freut er sich auf die neueste Maschine, deren Übergabe heute stattfindet: Ein Glasmehlstrahler. «Schon heute arbeiten wir ausschliesslich mit biologischen Substanzen», so Märki, «aber mit dem neuen Gerät brauchen wir gar keine Zusätze mehr. Das ist dann wirklich Zauberei.»