Ein schönes, kaltes Bier gehört einfach zum Besuch eines Fussballspiels. Dabei reicht es nicht, wenn es Leichtbier oder gar alkoholfreies ist. «Richtiges» Bier ohne Beschränkung der Volumenprozente muss her.

So denken viele Fans, die regelmässig live im Stadion mit ihrer Mannschaft mitfiebern. Seit Februar dieses Jahres ist es wieder möglich, bei Ligaspielen des FC Basel ein «normales» Bier im Joggeli zu trinken. Im Januar wurde bekannt, dass die regionale Vereinbarung vom 29. Juni 2010, welche den Ausschank von Getränken mit weniger als drei Volumenprozenten vorschreibt, für ein Jahr auf Bewährung aufgehoben wird.

Diese Regelung galt fortan für alle Spiele der Sicherheitskategorie «grün» bis «orange». Nicht aber für Hochrisikospiele (das einzige Hochrisikospiel in Basel war im Jahr 2014 das Länderspiel der Schweiz gegen England) oder internationale Partien, wie die heutige gegen Real Madrid, wo noch immer striktes Alkoholverbot gilt. Darauf besteht die Uefa, unter deren Obhut die Champions-League-Spiele als internationale Wettkämpfe stehen, seit 1985. Das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) ist aktuell dabei, das Bewährungsjahr auszuwerten. «Die Resultate dieser Studie und das weitere Vorgehen werden wir bis Ende Jahr kommunizieren», sagt Andreas Knuchel, Mediensprecher des JSD.

Komplette Kontrolle unmöglich

Doch wie so oft gilt auch in diesem Fall: Wo es Regeln gibt, werden sie gebrochen. Das Alkoholverbot ist für viele Matchbesucher kein Grund, auf ihr Bier oder ihren Schnaps zu verzichten. Und das Verbot ist genau so elegant wie einfach aushebelbar. Ein Flachmann in der Jackentasche oder im Hosensack eines Mannes, eine Halbliter-Bierdose in der Handtasche oder unter dem Schal im Ausschnitt versteckt bei einer Frau – wirklich schwierig sei es nicht, die Gefässe mit Alkohol an der Security bei den Eingangskontrollen vorbei zu schleusen, wie Stadiongänger erzählen.

Dass bei über 30'000 Besuchern im Joggeli bei ausverkauftem Haus nicht jeder Einzelne bis aufs kleinste Detail kontrolliert werden kann, ist nur logisch. Dafür fehlt meist auch die Zeit. Denn das Alkoholverbot im St. Jakob-Park hat einen Nebeneffekt. Weil viele nicht ganz auf den Alkohol verzichten wollen, wird vor Matchbeginn rund ums Stadion konsumiert. Und das, solange wie möglich bis wenige Minuten vor Spielbeginn. Dies führt dazu, dass die Schlangen an den Eingängen länger werden, aber trotzdem jeder noch pünktlich zum Anpfiff im Stadion sein will. Lange Kontrollen? Beinahe unmöglich.

Wer dennoch erwischt werden sollte beim Versuch, alkoholische Getränke zu schmuggeln, dem wird der Zugang nicht verwehrt. Dann gilt es lediglich, das Mitgebrachte auszutrinken, abzugeben oder gleich wegzuwerfen. Auch wenn es den einen oder anderen schmerzen wird, sein Bier oder seinen Schnaps nicht dort trinken zu können, wo er normalerweise kaum darauf verzichten kann: im Stadion während des Spiels seiner Lieblingsmannschaft.