Dieses Wochenende gehört in Basel den Liebhabern von heissen Öfen. Unter dem Motto «The Rockin’ Motorcycle Festival» finden an der Uferstrasse die Biker Days Basel statt. Ein Höhepunkt wird die grosse Motorrad-Parade durch die Stadt sein. Es werden einige hundert Motorräder erwartet, die morgen Samstag nach 16 Uhr von der Westquaistrasse über den Wettstein- und Bankenplatz zur Markthalle geritten werden. Danach geht es zum Burgfelder- und Voltaplatz und über die Dreirosenbrücke zurück zum Wiesendamm.

«Ein wirklich spezielles Gefühl, wenn über 300 Motorräder gemeinsam durch Basel fahren und du selbst Teil davon bist», beschreibt Veranstalter Tom Buser das Erlebnis. «Mit Ausnahme der Harley-Chläuse in der Weihnachtszeit ist das in Basel einzigartig.»

Von Country bis Punk

15 000 Schaulustige und Biker erlebten im vergangenen Jahr die erste Ausgabe der Biker Days Basel. «Wir gehen davon aus, dass wir diese Zahl in diesem Jahr sogar toppen werden», sagt Buser. Er schliesse das aus dem grossen Echo in den sozialen Medien sowie dem prognostizierten guten Wetter fürs Wochenende.

Die Erfahrungen, die er mit seiner ersten Ausgabe machen durfte, seien «durchwegs positiv». Sehr entgegen komme dem Anlass, dass er vom Basler Stadtmarketing unterstützt werde. «Die Sicherheitsbehörden hatten anfangs Bedenken», erzählt Tom Buser. «Ihre Befürchtungen haben sich aber nicht bewahrheitet.» Im Gegenteil, der Rheinhafen sei nach dem Event von 2016 jedenfalls sauberer gewesen als gewohnt. Zwischenfälle habe es auch keine gegeben.
Am Rheinufer präsentieren 50 Aussteller ihre Waren.

Neun Caterer servieren eine breite Palette an Speis und Trank. Ebenso breit ist die musikalische Palette gehalten. Rockabilly, Country, aber auch harter Rock und sogar Punk gehen live über die Bühne. «Die Biker-Szene ist nicht so homogen», erklärt Buser. «Die Rocker in Lederkluft stehen eher auf Hardrock, in Richtung Amerika orientierte Biker mögen hingegen den Country mehr.» Was er nicht wolle, sei, einen klischeehaften Event auf die Beine zu stellen. «Was die Biker verbindet, ist das Lebensgefühl. Ansonsten ists und bleibts ein bunter Haufen.»

Das angesprochene Lebensgefühl sei ein freiheitliches, unabhängiges, ein wildes. Leidenschaft und Nonkonformität seien prägend. Alles werde im legalen Rahmen stattfinden, der Event sei jedoch gut geeignet, alles «Überreglementierte und ISO-zertifizierte» zu vergessen. Die Biker Days seien eine offene Plattform, die jeden willkommen heisse und Raum für Spontanes biete. «Es wird bestimmt auch ein Event fürs Auge», verspricht Tom Buser.

Schwertschluckerin und Artistik

Zu sehen gibt es natürlich Motorräder, jedoch auch Artistik, eine Schwertschluckerin, Tattoos, Frisuren aus den 1950ern, US Classic Cars und nachts eine Feuershow. «Veredelt vom herrlichen Ambiente am Rhein», wirbt der Veranstalter. Nicht zuletzt sollen die Biker Days ein bisschen sexy werden. Der Besuch ist kostenlos.

Dass der Event in Basel stattfindet, hat viel mit dem Veranstalter zu tun. Tom Buser und seine Frau sind selbst leidenschaftliche Biker. Gleichzeitig veranstalten sie mit ihrer Agentur Marketyzer Events. «Wir kamen zum Schluss, dass Basel ein idealer Ort für einen solchen Event ist, denn in der Region gibt es nichts Vergleichbares», sagt Buser.

Er erwartet Teilnehmende aus der ganzen Schweiz, aus Deutschland und Frankreich. Schliesslich sei der durchschnittliche Töfffahrer gerne unterwegs, das passe zu seinem Nomadentum.

Tom Buser versucht die Essenz des Biker-Daseins in Worte zu fassen: «Vier Räder bewegen den Körper, zwei Räder bewegen die Seele.»