Gegen 900'000 Waffen sind derzeit in der Schweiz registriert. Wie viele es tatsächlich sind, weiss niemand. Denn die allgemeine Registrierungspflicht gilt erst seit 2008. Der Bundesrat ging 2013 davon aus, dass es insgesamt etwa zwei Millionen Feuerwaffen sind. Die Schweiz gehört damit nach wie vor zu den Ländern mit der höchsten Waffendichte weltweit.

Die Schützen haben sich immer wieder erfolgreich gegen ein zentrales Waffenregister gewehrt. Nun aber regen Basler Grossräte zumindest ein regionales Register an. Per Motion wollen sie die Regierung beauftragen zu prüfen, ob ein solches gemeinsam mit den Nachbarkantonen Baselland, Aargau und Solothurn geschaffen werden kann.

Arbeit der Behörden erschwert

Die grosse Zahl von Schusswaffen in privaten Haushalten mache unter anderem die Arbeit für die Polizei gefährlicher, argumentieren die Motionäre. Verschärft werde dieser Umstand durch die Tatsache, dass die Registrierung von Waffen Sache der Kantone ist. Die Polizei wisse oft nicht, wer im Besitz einer Waffe ist, weil solche bei einem Umzug von einem Kanton in einen anderen meist nicht umgemeldet würden. Das erschwere den Behörden etwa bei Hausdurchsuchungen oder der Erteilung von Bewilligungen eine korrekte Risikoabschätzung.

Auch im Bundesparlament seien die Kantone dazu ermuntert worden, regionale Lösungen anzugehen, werben die Parlamentarier für ihr Anliegen. Dass bestehende Waffen-Datenbanken unvollständig bleiben, ist allerdings ebenfalls politisch gewollt. Mehrmals hat das Bundesparlament es abgelehnt, Waffenbesitzer zu verpflichten, ihre vor Ende 2008 gekauften Gewehre und Pistolen nachregistrieren zu lassen. Letztmals verhinderte der Nationalrat 2015 eine entsprechende Verschärfung des Waffenrechts. Dies, obwohl der Bundesrat und die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren auf diesen Schritt gedrängt hatten.