Grosser Rat

Für mehr Verkehrssicherheit in Basel: Velofahrer sollen im Untergrund unterwegs sein

Der Regierungsrat muss prüfen, ob mehr Kreuzungen mit Velo-Unterführungen entlastet werden können wie hier bei der Thomaskirche.

Der Regierungsrat muss prüfen, ob mehr Kreuzungen mit Velo-Unterführungen entlastet werden können wie hier bei der Thomaskirche.

Unter- und Überführungen für den Langsamverkehr sollen im Kanton Basel-Stadt für mehr Verkehrssicherheit sorgen.

Er sei normalerweise offen für die Anliegen von Fahrradfahrern, sagte der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels (SP) an der gestrigen Grossratssitzung. «Aber wenn ich von Veloachsen in Tunneln höre, die Hauptachsen queren, dann ist das für mich ein Rückfall in die 60er-Jahre. Damals war das Auto das alleinige Fahrzeug.» Fussgänger und Velofahrer sollten nicht an unterirdische Unorte verbannt werden. Sie würden an die Sonne gehören, nicht in den Untergrund.

Stein des Anstosses war ein Vorstoss von Partei-Kollege Jean-Luc Perret zur Verbesserung der Sicherheit des Veloverkehrs. «Seit 25 Jahren lebe ich in Basel. Gefühlt ein Jahr davon habe ich mit dem Velo an Kreuzungen mit Rotlichtern gestanden», sagte er. Konkret gehe es um die verkehrsbelasteten Ringstrassen. Diese sollen wenn möglich durch Unter- oder Überführungen mehr Sicherheit für den Langsamverkehr bringen.

Kreuzungen seien kritische Punkte 

«Fast alle Veloverbindungen aus den Wohnquartieren im Westen Basels queren die grossen Auto-Ringstrassen», begründet Perret. Viele der Kreuzungen seien kritische Punkte im Velowegnetz der Stadt. «Sie verursachen Zeitverluste und gefährden die Sicherheit der Velofahrenden. Durchgängige Velorouten sollten deshalb ermöglichen, neuralgische Punkte auf einer eigenen Spur zu überqueren, zu unterqueren oder zu umfahren», begründet Perret im Vorstoss.

Als positives Beispiel nennt er den Kreisel bei der Thomaskirche. So würde das Pendeln sowie der Freizeitverkehr mit dem Fahrrad gerade für Familien attraktiver. Deshalb solle der Regierungsrat prüfen, ob unter der Spalentorkreuzung ein Velotunnel gebaut werden könne.

Falls dies nicht möglich sei, solle eine Velounterführung vom Spalentorweg oder an der Achse Mittlere Strasse–Bernoullistrasse dem Schützengraben beziehungsweise der Klingelbergstrasse zur Entlastung der Spalentorkreuzung geprüft werden. Eine weitere Velounterführung zu prüfen sei an der Achse General Guisan-Strasse oder an der Achse Wanderstrasse oder an der Achse Gottfried Keller- Strasse unter dem Morgartenring/Laupenring.

Ausweichmöglichkeiten, Unter- oder Überführungen oder Lichtsignalsteuerung?

Weiter soll der Regierungsrat prüfen, an welchen weiteren Kreuzungen in Basel West eine Ausweichmöglichkeit für Velofahrerinnen und Velofahrer durch eine Unter- oder Überführung geschaffen werden könnte. Oder an welchen der gefährlichen Kreuzungen die Durchgängigkeit durch eine Anpassung der Signalisation, der Veloführung oder der Lichtsignalsteuerung verbessert werden könnte.

Während sich Tim Cuénod (SP) und David Wüst-Rudin (GLP) enttäuscht zeigten über Wessels Votum gegen solche Bauprojekte, war Joël Thüring (SVP) positiv überrascht. Thüring wies ausserdem auf die damit verbundenen Kosten hin. Der Grosse Rat sah das anders und überwies den Antrag mit 45:35 Stimmen bei einer Enthaltung zur Prüfung an den Regierungsrat.

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