Für die SVP ist es unverständlich: Das Schweizer Fernsehen meuchelt den Luzerner «Tatort», und verlegt die Krimiserie nach Zürich. Was soll das bitte, fragt nicht nur der bekennende Tatort-Fan und SVP-Grossrat Heinrich Überwasser, der gleich einen parlamentarischen Vorstoss abfeuerte. Auch der Rest seiner Fraktion dürfte von der Ankündigung überrascht sein.

Seit Jahren jammert die SVP, Basel sei die kriminellste Stadt der Schweiz, das Sodom am Jura-Nordfusses, das Gomorrha der Rheinebene. SVP-Vizepräsident Eduard Rutschmann zog im Wahlkampf Parallelen zu Mogadischu, das nur unwesentlich gefährlicher sei. Und nun muss man sich von Zürich jenem Hort bornierter bürgerlicher Selbstzufriedenheit den kriminalistischen Rang ablaufen lassen?

Auch im Grossen Rat stecken die beiden kriminalistischen Supernasen aus Riehen oft die Köpfe zusammen.

Kommissar Wehrli und Assistent Überwasser

Auch im Grossen Rat stecken die beiden kriminalistischen Supernasen aus Riehen oft die Köpfe zusammen. 

Doch die Wahrheit liegt viel tiefer. Überwasser hatte sich bereits einmal für einen Basler «Tatort» stark gemacht und sich auch gleich um eine Rolle beworben. Argumentiert hatte er damals wie heute mit nahezu all seinen Lieblingsthemen: Der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, der Regio, dem Stadtmarketing. Am liebsten hätte der Schrebergartenfan wohl einen Tatort in einem überdüngten Rüben-Beet auf dem Landauer. Dann noch ein Opfer aus dem Fanmilieu des FC Basel, das hauptberuflich Anwalt ist, in Riehen wohnt und Katzen züchtet; Heinrichs Traum-Krimi wäre perfekt.

Als Kommissar kommt nur einer infrage: Der Riehener Neu-SVP-Gemeinderat und Kriminalpolizist Felix Wehrle. Am besten im Duo mit dem Parteikollegen und pensionierten Polizeioffizier Christian Meidinger. Ohne zu viel verraten zu wollen: Der Täter stammt sicher aus dem Milieu der militanten Velorowdies und Parkplatz-Aufheber.